Imkerei-Glossar
Über 120 Fachbegriffe aus der Bienenhaltung - verständlich erklärt für Einsteiger und Fortgeschrittene.
A
- Ableger
- Ein Ableger ist ein kleines, neu gebildetes Bienenvolk, das aus einem bestehenden Volk entnommen wird. Dazu werden Brutwaben mit ansitzenden Bienen und eine junge Königin oder Weiselzelle in eine neue Beute gesetzt. Ableger dienen der Volksvermehrung und der Schwarmverhinderung.
- Absperrgitter
- Ein Absperrgitter ist ein Gitter aus Metall oder Kunststoff, das zwischen Brutraum und Honigraum eingelegt wird. Die Maschenweite lässt Arbeitsbienen passieren, hält aber die grössere Königin zurück. So wird verhindert, dass die Königin Eier in die Honigwaben legt.
- Amerikanische Faulbrut (AFB)
- Die Amerikanische Faulbrut ist eine meldepflichtige Bienenseuche, verursacht durch das Bakterium Paenibacillus larvae. Sie befällt ausschließlich die Bienenbrut, deren Sporen jahrzehntelang überlebensfähig bleiben. Befallene Völker müssen saniert oder vernichtet werden.
- Ameisensäure
- Ameisensäure ist eine organische Säure zur Varroa-Sommerbehandlung. Sie verdampft im Stock und wirkt auch in verdeckelte Brut hinein. Die Behandlung kann als Langzeitbehandlung über mehrere Tage oder als Kurzzeitbehandlung durchgeführt werden.
- Ammenbiene
- Ammenbienen sind junge Bienen im Alter von 3 bis 12 Tagen, die Larven mit Futtersaft aus ihrer Futtersaftdrüse füttern. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Brutpflege und versorgen sowohl Arbeiterinnen- als auch Königinnenlarven.
- Ankippen
- Beim Ankippen wird die Beute von hinten kurz angehoben, um eine schnelle Gewichtskontrolle durchzuführen. Diese Methode gibt Auskunft über den Futtervorrat, ohne den Stock öffnen zu müssen. Besonders im Winter und Frühjahr ist dies eine schonende Kontrollmöglichkeit.
- Auffütterung
- Die Auffütterung erfolgt nach der letzten Honigernte im Spätsommer mit Zuckerlösung oder Fertigsirup. Sie sichert den Wintervorrat des Bienenvolkes von ca. 15-20 kg. Der Zeitpunkt sollte so gewählt werden, dass die Bienen den Sirup noch vollständig umarbeiten können.
- Aufsetzen
- Beim Aufsetzen wird der Honigraum zu Beginn der Tracht auf den Brutraum gestellt. Der richtige Zeitpunkt hängt von der Volksstärke und dem Trachtangebot ab. Ein zu frühes Aufsetzen kann das Volk auskühlen, ein zu spätes den Schwarmtrieb fördern.
B
- Bannwabenverfahren
- Das Bannwabenverfahren ist eine biotechnische Methode zur Varroa-Bekämpfung. Die Königin wird auf eine einzelne Wabe gesperrt, während die restliche Brut entfernt wird. Dadurch konzentrieren sich die Milben auf die Bannwabe, die anschließend entnommen wird.
- Baubiene
- Baubienen sind Bienen im Alter von 12 bis 18 Tagen, die Wachsplättchen aus ihren Wachsdrüsen am Hinterleib produzieren. Aus diesen winzigen Wachsschuppen formen sie die kunstvollen Waben für Brut und Honigeinlagerung.
- Begattungsflug
- Der Begattungsflug ist der Hochzeitsflug einer jungen Königin zum Drohnensammelplatz. Dabei wird sie von 10 bis 20 Drohnen in der Luft begattet. Die aufgenommenen Spermien werden in der Spermatheka gespeichert und reichen für ihr gesamtes Leben.
- Belegstelle
- Eine Belegstelle ist ein kontrollierter Begattungsplatz für Königinnen mit ausgewählten Drohnenvölkern. Sie befindet sich oft in isolierter Lage wie auf einer Insel oder in einem Gebirgstal. Belegstellen dienen der gezielten Zuchtauslese und der Erhaltung bestimmter Bienenrassen.
- Bestandsbuch
- Das Bestandsbuch ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Dokument, in dem alle Behandlungen mit Tierarzneimitteln dokumentiert werden müssen. Imker sind verpflichtet, Anwendungsdatum, Präparat, Dosierung und Wartezeit für jedes Volk festzuhalten. Hivekraft digitalisiert diese Pflicht.
- Beute
- Die Beute ist die künstliche Behausung eines Bienenvolkes. Es gibt verschiedene Beutensysteme wie Zander, Dadant oder Deutsch Normal, die sich in Wabengrösse und Aufbau unterscheiden. Moderne Beuten bestehen meist aus Holz oder Styropor und sind modular aufgebaut.
- Bien
- Der Bien ist die Bezeichnung für das Bienenvolk als Superorganismus. Das Volk als Ganzes verhält sich wie ein einziger Organismus mit kollektiver Intelligenz. Einzelne Bienen sind vergleichbar mit den Zellen eines Körpers und können allein nicht überleben.
- Bienenbart
- Ein Bienenbart ist eine Traube von Bienen, die bei Hitze oder Platzmangel vor dem Flugloch hängen. Dieses Verhalten dient der Temperaturregulation im Stock und ist meist kein Zeichen für Schwarmstimmung. Erst in Kombination mit anderen Anzeichen sollte man aufmerksam werden.
- Bienenflucht
- Die Bienenflucht ist eine Einrichtung, die das Passieren von Bienen nur in eine Richtung ermöglicht. Sie wird zwischen Brutraum und Honigraum eingesetzt, damit die Bienen den Honigraum verlassen, aber nicht zurückkehren können. So kann der Honigraum bienenarm geerntet werden.
- Bienenseuchenverordnung
- Die Bienenseuchenverordnung ist eine deutsche Rechtsverordnung zur Bekämpfung von Bienenseuchen. Sie regelt die Meldepflicht für die Amerikanische Faulbrut und die Anzeigepflicht beim Veterinäramt. Sie bildet die Grundlage für behördliche Maßnahmen wie Sperrbezirke und Sanierungsanordnungen.
- Bienenweide
- Die Bienenweide bezeichnet die Gesamtheit aller Trachtpflanzen in der Umgebung eines Bienenstandes. Sie ist entscheidend für den Honigertrag und die Volksentwicklung. Eine gute Bienenweide bietet von Frühjahr bis Herbst ein vielfältiges und kontinuierliches Nahrungsangebot.
- Blütenhonig
- Blütenhonig ist Honig, der überwiegend aus Blütennektar gewonnen wird, im Gegensatz zu Honigtauhonig. Je nach Trachtquelle kristallisiert er unterschiedlich schnell. Rapshonig wird zum Beispiel sehr schnell fest, während Akazienhonig lange flüssig bleibt.
- Brutnest
- Das Brutnest ist der zentrale Bereich im Bienenstock, in dem die Königin ihre Eier ablegt. Hier befinden sich Eier, Larven und verdeckelte Brut in konzentrischen Kreisen. Ein kompaktes, lückenloses Brutnest ist ein wichtiger Indikator für ein gesundes, starkes Volk.
- Buckfast
- Buckfast ist eine Hybridbienenrasse, die von Bruder Adam im Kloster Buckfast in England gezüchtet wurde. Sie ist bekannt für ihre Sanftmut, Schwarmträgheit und gute Honigproduktion. Buckfast-Bienen sind neben der Carnica eine der beliebtesten Bienenrassen in Europa.
C
- Carnica (Kärntner Biene)
- Apis mellifera carnica ist die häufigste Bienenrasse im deutschsprachigen Raum. Sie zeichnet sich durch Sanftmut, Schwarmträgheit und eine sehr gute Frühjahrsentwicklung aus. Die Carnica ist die in Deutschland und Österreich am meisten gehaltene und züchterisch bearbeitete Bienenrasse.
- Cremehonig (Feincremiger Honig)
- Cremehonig ist fein gerührter Honig mit kontrollierter Kristallisation. Durch regelmäßiges Rühren während der Kristallisationsphase entsteht eine cremige, streichfähige Konsistenz. Cremehonig ist besonders bei Verbrauchern beliebt und lässt sich gut als Brotaufstrich verwenden.
D
- Dadant (Beutenmass)
- Dadant ist ein weit verbreitetes Beutenmass, das auf Charles Dadant zurückgeht. Es zeichnet sich durch einen grossen Brutraum (Rahmenmass 435 x 300 mm) und kleinere Honigzargen aus. Das System ist besonders bei Berufsimkern beliebt, da es eine einfache Volksführung mit ungeteiltem Brutraum ermöglicht.
- DIB-Glas
- Das DIB-Glas ist das Einheitsglas des Deutschen Imkerbundes mit dem grünen Gewährverschluss. Es steht für geprüfte Qualität und die Einhaltung der strengen DIB-Richtlinien, die über die Honigverordnung hinausgehen. Nur Mitglieder des DIB dürfen dieses Glas verwenden.
- Drohn
- Drohnen sind die männlichen Bienen eines Volkes. Ihre einzige Aufgabe ist die Begattung junger Königinnen auf dem Drohnensammelplatz. Drohnen haben keinen Stachel, können keinen Nektar sammeln und werden im Spätsommer bei der sogenannten Drohnenschlacht aus dem Stock vertrieben.
- Drohnenrahmen (Baurahmen)
- Ein Drohnenrahmen ist ein leerer Rahmen ohne Mittelwand, in dem die Bienen bevorzugt Drohnenzellen bauen. Er wird zur biologischen Varroa-Reduktion eingesetzt und regelmäßig ausgeschnitten, sobald die Brut verdeckelt ist. Dies entfernt einen Großteil der Milben aus dem Volk.
- Drohnensammelplatz
- Ein Drohnensammelplatz ist ein bestimmter Ort in der Luft in 15 bis 30 Metern Höhe, an dem sich Drohnen aus der Umgebung sammeln und auf Königinnen warten. Erstaunlicherweise werden jedes Jahr die gleichen Plätze aufgesucht, obwohl keine Drohne den Winter überlebt.
- Drohnenschlacht
- Die Drohnenschlacht ist die Vertreibung der Drohnen aus dem Stock durch die Arbeitsbienen im Spätsommer. Wenn die Begattungszeit vorbei ist, werden die Drohnen am Futter gehindert und aus dem Stock hinausgedrängt. Dieses Verhalten spart dem Volk wertvolle Wintervorräte.
- Dunkle Biene
- Die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) ist die ursprünglich in Mittel- und Nordeuropa heimische Bienenrasse. Sie ist besonders robust und winterfest, wurde aber weitgehend durch Carnica und Buckfast verdrängt. Heute wird sie in speziellen Schutzprogrammen erhalten.
- Durchsicht
- Die Durchsicht (auch Inspektion) ist die regelmässige Kontrolle eines Bienenvolkes durch den Imker. Dabei werden Volkstärke, Brutbild, Futtervorräte, Weiselrichtigkeit und Gesundheitszustand beurteilt. Hivekraft ermöglicht die digitale Dokumentation jeder Durchsicht.
E
- Einfütterung
- Die Einfütterung ist die Herbstfütterung der Bienen nach der letzten Honigernte mit Zuckerlösung im Verhältnis 3:2 oder Fertigsirup. Sie ersetzt den entnommenen Honigvorrat und sichert die Überwinterung. Die Einfütterung sollte bis Mitte September abgeschlossen sein.
- Eilage
- Die Eilage bezeichnet die Eiablage der Königin. Eine gesunde Königin legt in der Hochsaison bis zu 2.000 Eier pro Tag. Das Eilagemuster auf den Waben gibt dem Imker wichtige Hinweise auf die Qualität der Königin und den Gesundheitszustand des Volkes.
- Einengen
- Beim Einengen wird das Raumangebot im Bienenstock durch Entfernen von Zargen oder Einhängen von Schieden reduziert. Dies wird im Herbst zur Überwinterungsvorbereitung durchgeführt. Ein eng sitzendes Volk kann die Wintertraube besser bilden und die Temperatur effizienter regulieren.
- Entdeckelungsgabel
- Die Entdeckelungsgabel ist ein Werkzeug mit feinen Zinken zum Öffnen der Wachsdeckel auf Honigwaben vor dem Schleudern. Sie eignet sich besonders gut für ungleichmäßig verdeckelte Waben und ist eine praktische Alternative zum Entdeckelungsmesser.
- Enzymgehalt (Diastasezahl)
- Der Enzymgehalt, gemessen als Diastasezahl, ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Honig. Er misst die Aktivität des Enzyms Diastase, die mindestens 8 nach Schade betragen muss laut Honigverordnung. Die Diastasezahl sinkt bei Erwärmung und langer Lagerung.
- Europäische Faulbrut
- Die Europäische Faulbrut ist eine bakterielle Brutkrankheit, verursacht durch Melissococcus plutonius. Sie ist weniger aggressiv als die Amerikanische Faulbrut und befällt vor allem die offene Brut. Starke Völker können die Krankheit oft selbst überwinden.
F
- Fegling (Feglingbildung)
- Bei der Feglingbildung werden Bienen von den Waben in eine neue Beute mit Mittelwänden gefegt. Dieser brutfreie Neuanfang wird auch zur Varroa-Reduktion genutzt, da die Milben mit der entnommenen Brut entfernt werden. Die Bienen bauen in der neuen Beute frische Waben.
- Flügeldeformationsvirus (DWV)
- Das Deformed Wing Virus (DWV) ist die häufigste durch Varroa übertragene Viruserkrankung bei Honigbienen. Betroffene Bienen schlüpfen mit verkrüppelten Flügeln und haben eine stark verkürzte Lebensdauer. Ein hoher DWV-Befall ist oft ein Vorbote des Volkszusammenbruchs.
- Flugling
- Der Flugling ist eine Methode der Ablegerbildung durch Verstellen. Die Beute wird an einen neuen Platz gesetzt und am alten Standort steht ein Ableger mit Königin. Die Flugbienen kehren zum gewohnten alten Standort zurück und verstärken dort den Ableger.
- Futtersaftdrüse (Hypopharynxdrüse)
- Die Futtersaftdrüse ist eine Drüse im Kopf junger Bienen zur Produktion von Futtersaft (Gelée Royale). Sie ist besonders aktiv bei Ammenbienen im Alter von 3 bis 12 Tagen. Der produzierte Futtersaft ist die Nahrungsgrundlage für alle jungen Larven und Königinnenlarven.
- Futterkranz
- Der Futterkranz ist der Bereich um das Brutnest herum, in dem die Bienen Honig und Pollen als Futterreserve einlagern. Ein gut gefüllter Futterkranz sichert die Versorgung der Brut und des Volkes. Besonders im Frühjahr und vor dem Winter ist ausreichend Futter wichtig.
- Futterteig / Zuckerwasser
- Futterteig und Zuckerwasser sind gängige Futtermittel für Bienen. Zuckerwasser (Verhältnis 3:2 oder 1:1) wird zur Herbst-Auffütterung verwendet, während Futterteig als Notfutter im Winter oder Frühjahr auf die Rähmchen gelegt wird. Beide ersetzen den entnommenen Honig.
G
- Gelée Royale (Weiselfuttersaft)
- Gelée Royale ist ein nährstoffreicher Futtersaft, den Ammenbienen aus ihren Futtersaftdrüsen produzieren. Er wird an Königinnenlarven verfüttert und bestimmt die Kastenentwicklung zur Königin. Gelée Royale wird auch in der Kosmetik und als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.
- Gemuelldiagnose
- Die Gemuelldiagnose ist eine Methode zur Beurteilung der Varroabelastung eines Bienenvolkes. Über eine Bodeneinlage (Windel) wird der natürliche Milbenabfall über mehrere Tage gesammelt und ausgezählt. Der tägliche Milbenfall gibt Aufschluss darüber, ob eine Behandlung notwendig ist.
- Grünlandtemperatursumme (GTS)
- Die Grünlandtemperatursumme ist die Summe der positiven Tagesmitteltemperaturen ab dem 1. Januar. Bei einem GTS-Wert von 200 beginnt nachhaltiges Pflanzenwachstum. Für Imker ist die GTS ein wichtiger Indikator für den Saisonstart und den Beginn der ersten Trachten.
H
- Heidehonig
- Heidehonig ist ein Sortenhonig von der Besenheide (Calluna vulgaris) mit gelartiger Konsistenz. Er muss gepresst statt geschleudert werden und hat einen besonders aromatischen Geschmack. Heidehonig ist eine Spezialität der Lüneburger Heide und erzielt hohe Preise.
- HMF-Wert (Hydroxymethylfurfural)
- Der HMF-Wert ist ein chemischer Frische-Indikator im Honig. Hydroxymethylfurfural entsteht bei Erwärmung und langer Lagerung. Die Honigverordnung erlaubt maximal 40 mg/kg, die strengere DIB-Norm nur 15 mg/kg. Ein niedriger HMF-Wert zeigt schonende Verarbeitung an.
- Honigraum
- Der Honigraum ist der obere Teil der Bienenbeute, in dem die Bienen überschüssigen Honig einlagern. Er wird durch ein Absperrgitter vom Brutraum getrennt und vom Imker zur Honigernte entnommen. Je nach Tracht können mehrere Honigzargen aufgesetzt werden.
- Honigschleuder
- Die Honigschleuder ist ein Gerät zur Gewinnung von Honig aus den Waben. Durch Zentrifugalkraft wird der Honig aus den entdeckelten Waben geschleudert, ohne die Waben zu zerstören. Es gibt Hand- und Motorschleudern mit unterschiedlicher Kapazität für Hobby- und Berufsimker.
- Honigverordnung (HonigV)
- Die Honigverordnung ist die deutsche Verordnung über Honig und legt die Qualitätsanforderungen fest. Sie definiert unter anderem maximal 20% Wassergehalt, HMF-Grenzwerte, Mindest-Enzymaktivität und Kennzeichnungspflichten. Sie setzt die europäische Honigrichtlinie in nationales Recht um.
I
- Imkerpatenschaft
- Eine Imkerpatenschaft ist ein Betreuungsverhältnis zwischen einem erfahrenen Imker (Pate) und einem Neuimker. Der Pate vermittelt praktisches Wissen direkt am Bienenstand über eine oder mehrere Saisons. Imkerpatenschaften werden von Vereinen und Landesverbänden organisiert und vermittelt.
- Impfhonig
- Impfhonig ist feincremiger Honig, der als Starter zum Rühren von frisch geschleudertem Honig verwendet wird. Er gibt seine feine Kristallstruktur an den neuen Honig weiter und sorgt so für eine gleichmäßige, cremige Konsistenz. Etwa 5-10% Impfhonig werden beigemischt.
- Invertzucker
- Invertzucker ist eine Mischung aus Glucose und Fructose und der Hauptbestandteil von Honig. Er entsteht durch die enzymatische Spaltung von Saccharose durch das Bienenenzym Invertase. Dieser Prozess findet bereits im Honigmagen der Biene statt.
J
- Jungfernflug
- Der Jungfernflug bezeichnet sowohl den ersten Orientierungsflug junger Bienen als auch den ersten Ausflug einer frisch geschlüpften Königin zur Begattung. Bei der Königin findet der Begattungsflug wenige Tage nach dem Schlüpfen bei gutem Wetter zum Drohnensammelplatz statt.
- Jungvolkbildung
- Die Jungvolkbildung ist der Aufbau neuer Bienenvölker durch Ableger, Kunstschwärme oder eingefangene Schwärme. Sie ist wichtig für die Erneuerung des Völkerbestandes und als Ersatz für Winterverluste. Jungvölker werden über den Sommer zu eigenständigen Wirtschaftsvölkern aufgebaut.
K
- Kalkbrut
- Kalkbrut ist eine Pilzerkrankung der Bienenbrut, verursacht durch Ascosphaera apis. Befallene Larven mumifizieren zu weißen oder schwarzen harten Klumpen, die als Kalkbrutmumien auf dem Bodenbrett zu finden sind. Die Krankheit tritt vor allem bei kühler, feuchter Witterung und in schwachen Völkern auf.
- Kaltbau / Warmbau
- Kaltbau und Warmbau bezeichnen die Ausrichtung der Waben zum Flugloch. Beim Kaltbau stehen die Waben qür zum Flugloch, sodass kühle Luft zwischen den Wabengassen strömt. Beim Warmbau stehen sie parallel - die erste Wabe blockiert den Luftzug. Die meisten modernen Beuten nutzen Kaltbau.
- Kehrschwarm
- Ein Kehrschwarm besteht aus Bienen, die von Waben abgekehrt werden und eine begattete Königin erhalten. Diese Methode wird zur Volksvermehrung oder zur Sanierung kranker Völker eingesetzt. Kehrschwärme sind eine Alternative zur klassischen Ablegerbildung.
- Königin
- Die Königin (Weisel) ist die einzige voll entwickelte weibliche Biene im Volk. Sie ist für die Eiablage zuständig und kann in der Hochsaison bis zu 2.000 Eier pro Tag legen. Eine gute Königin ist entscheidend für die Volksentwicklung. Imker markieren sie zur leichteren Identifikation mit Farbpunkten.
- Kunstschwarm
- Ein Kunstschwarm ist ein künstlich erstellter Schwarm ohne Brut. Bienen werden in eine Schwarmkiste gefegt und erhalten eine begattete Königin. Kunstschwärme werden zur Volksvermehrung und zur Varroa-Sanierung eingesetzt, da ein brutfreier Neustart die Milbenbelastung stark reduziert.
L
- Lagerhonig
- Lagerhonig ist Honig, der die Qualitätsanforderungen der Honigverordnung nicht mehr erfüllt, etwa durch zu hohen HMF-Wert oder zu hohen Wassergehalt. Er darf nicht als Speisehonig verkauft werden, kann aber als Backhonig oder für industrielle Zwecke verwendet werden.
- Landesverband
- Ein Landesverband ist eine regionale Imker-Organisation und Mitglied im Deutschen Imkerbund (DIB). Landesverbände bieten ihren Mitgliedern Schulungen, Versicherungen, Rechtsberatung und die Berechtigung zur Nutzung des DIB-Glases. Sie sind die organisatorische Grundstruktur der deutschen Imkerschaft.
- Langstroth (Beutenmass)
- Langstroth ist das weltweit verbreitetste Beutensystem, entwickelt von Lorenzo L. Langstroth im Jahr 1851. Das Rahmenmass beträgt 448 x 232 mm. Es ist der Standard in Nordamerika und vielen anderen Ländern, basiert auf dem Prinzip des Bienenabstands (Bee Space).
M
- Magazinbeute
- Die Magazinbeute ist eine moderne, modulare Bienenbehausung aus stapelbaren Zargen. Sie ermöglicht flexible Raumanpassung durch Aufsetzen oder Entnehmen von Zargen je nach Volksstärke und Trachtangebot. Magazinbeuten haben die Hinterbehandlungsbeuten weitgehend abgelöst.
- Met (Honigwein)
- Met ist ein alkoholisches Getränk aus vergorenem Honig und Wasser. Er gilt als eines der ältesten alkoholischen Getränke der Menschheit. Heute ist Met ein beliebtes Nebenprodukt der Imkerei und kann mit verschiedenen Gewürzen und Früchten verfeinert werden.
- Milchsäure
- Milchsäure ist eine organische Säure zur Varroa-Behandlung bei brutfreien Völkern oder Kunstschwärmen. Die Bienen werden damit direkt besprüht. Milchsäure ist gut verträglich für die Bienen und hat eine hohe Wirksamkeit bei korrekt brutfreier Anwendung.
- Mittelwand
- Mittelwände sind dünne, gepresste Bienenwachsplatten mit vorgegebenem Zellmuster, die in Rähmchen eingelötet werden. Sie geben den Bienen eine Bauvorlage und beschleunigen den Wabenbau erheblich. Mittelwände sollten aus rückstandsfreiem Bienenwachs hergestellt sein.
N
- Nachschaffungszelle
- Eine Nachschaffungszelle ist eine Weiselzelle, die Bienen aus einer bestehenden Arbeiterinnenlarve errichten, wenn die Königin plötzlich verloren geht. Im Gegensatz zu Schwarmzellen liegt sie mitten auf der Wabe. Aus ihr schlüpft eine Notkönigin, die das Volk weiterführen soll.
- Nasonov-Drüse
- Die Nasonov-Drüse ist eine Duftdrüse am Hinterleib der Arbeitsbiene. Sie wird beim Sterzeln ausgestülpt und verbreitet einen Orientierungsduft, der anderen Bienen hilft, den Stockeingang oder eine neue Behausung zu finden. Der Duft enthält unter anderem Geraniol und Citral.
- Naturbau
- Beim Naturbau verzichtet der Imker auf Mittelwände und lässt die Bienen ihre Waben frei bauen. Die Bienen bestimmen selbst Zellgrösse und -anordnung. Naturbau wird vor allem in der wesensgemäessen Bienenhaltung praktiziert und ermöglicht den Bau von natürlich kleineren Arbeiterinnenzellen.
- Nosema
- Nosema ist ein Darmparasit der Honigbiene, verursacht durch Nosema apis und Nosema ceranae. Die Erkrankung führt zu Durchfall und verkürzter Lebensdauer der Bienen. Nosemose wird durch lange Winterruhe, feuchte Bedingungen und Stress begünstigt.
O
- Oxalsäure
- Oxalsäure ist ein organisches Tierarzneimittel zur Bekämpfung der Varroamilbe. Sie wird in der brutfreien Winterzeit als Träufelmethode oder Sprühmethode angewendet. Die Behandlung ist hochwirksam gegen auf Bienen aufsitzende Milben und ein wichtiger Bestandteil des integrierten Varroa-Managements.
P
- Pheromone
- Pheromone sind chemische Botenstoffe zur Kommunikation im Bienenvolk. Die Königinsubstanz reguliert den Schwarmtrieb und unterdrückt die Eilage der Arbeiterinnen. Alarmpheromone lösen die Verteidigung des Volkes aus, während Orientierungspheromone der Nasonov-Drüse heimkehrende Bienen leiten.
- Pollenhöschen
- Pollenhöschen sind die Pollenladungen an den Hinterbeinen der Sammelbienen. Der Pollen wird in speziellen Körbchen (Corbicula) transportiert. Die Farbe der Pollenhöschen verrät die Pflanzenart und gibt dem Imker Hinweise auf die aktuellen Trachtquellen.
- Presshonig
- Presshonig wird durch Auspressen der Waben gewonnen statt durch Schleudern. Diese traditionelle Methode wird besonders für Heidehonig mit seiner gelartigen Konsistenz und für Naturbauwaben verwendet. Presshonig hat oft ein intensiveres Aroma, da auch Wachsbestandteile mitgepresst werden.
- Propolis
- Propolis (Kittharz) ist eine harzige, klebrige Substanz, die Bienen aus Baumknospen und -harzen sammeln. Sie dient zum Abdichten von Ritzen, zur Desinfektion des Stocks und als Schutz gegen Krankheitserreger. Propolis hat antibakterielle Eigenschaften und wird auch in der Naturheilkunde verwendet.
R
- Rähmchen
- Rähmchen sind Holz- oder Kunststoffrahmen, in die Mittelwände eingesetzt werden. Sie ermöglichen die einzelne Entnahme von Waben aus der Beute. Die Rähmchenmasse richten sich nach dem Beutensystem (z.B. Zander, Dadant, DN). Öhrchen an den Seiten halten sie im richtigen Abstand.
- Rapshonig
- Rapshonig ist einer der häufigsten Sortenhonige in Deutschland mit sehr heller Farbe und mildem Geschmack. Wegen seines hohen Glucoseanteils kristallisiert er besonders schnell und muss zeitnah nach der Ernte gerührt werden, um eine feincremige Konsistenz zu erzielen.
- Refraktometer
- Das Refraktometer ist ein optisches Messgerät zur Bestimmung des Wassergehalts im Honig. Es ist ein unverzichtbares Werkzeug für die Qualitätskontrolle. Honig sollte einen Wassergehalt unter 18% haben, um den DIB-Richtlinien zu entsprechen und Gärung zu vermeiden.
- Reinvasion
- Eine Reinvasion ist der Neubefall eines bereits behandelten Volkes durch Varroamilben aus benachbarten, unbehandelten oder zusammenbrechenden Völkern. Besonders im Spätsommer und Herbst ist dieses Risiko hoch. Koordinierte Behandlungstermine in der Region können die Reinvasion verringern.
- Rundtanz / Schwänzeltanz
- Der Rundtanz und Schwänzeltanz sind das Kommunikationssystem der Bienen zur Übermittlung von Trachtinformationen. Der Rundtanz zeigt nahe Futterquellen unter 100 Metern an. Der Schwänzeltanz gibt durch Winkel und Dauer der Schwänzelphase Richtung und Entfernung weiter entfernter Quellen an.
S
- Schwarm / Schwarmtrieb
- Der Schwarmtrieb ist die natürliche Vermehrung von Bienenvölkern. Dabei verlässt die alte Königin mit etwa der Hälfte der Bienen den Stock. Die zurückbleibenden Bienen ziehen eine neue Königin nach. Imker versuchen durch Schröpfen, Ablegerbildung oder Kippkontrolle den Schwarmtrieb zu lenken.
- Smoker (Rauchapparat)
- Der Smoker ist das wichtigste Werkzeug des Imkers bei der Arbeit am Bienenvolk. Durch Rauch werden die Bienen veranlasst, Honig aufzunehmen, was sie ruhiger und weniger stechbereit macht. Als Brennmaterial dienen Holzspäne, Eierkartons oder spezielle Smoker-Pellets.
- Sortenhonig
- Sortenhonig ist Honig, der überwiegend von einer bestimmten Pflanzenart stammt, zum Beispiel Raps, Akazie oder Linde. Die Sortenbezeichnung wird durch Pollenanalyse und sensorische Prüfung bestimmt. Sortenhonige erzielen in der Regel höhere Preise als Blütenhonig-Mischungen.
- Spermatheka (Samentasche)
- Die Spermatheka ist ein Organ der Königin zur Aufbewahrung der Spermien vom Begattungsflug. Sie versorgt die Spermien über Jahre mit Nährstoffen und gibt sie bei der Eiablage kontrolliert ab. Eine gut gefüllte Spermatheka ermöglicht der Königin eine Lebensdauer von 3-5 Jahren.
- Sperrbezirk
- Ein Sperrbezirk ist eine behördlich angeordnete Schutzzone bei Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut. Er umfasst einen Radius von mindestens einem Kilometer um den Seuchenstand. Innerhalb des Sperrbezirks dürfen Bienenvölker nicht bewegt und Bienenstände müssen untersucht werden.
- Standimkerei
- Die Standimkerei ist die Bienenhaltung am festen Standort ohne Wanderung zu verschiedenen Trachten. Sie ist im Gegensatz zur Wanderimkerei die häufigste Betriebsweise bei Hobbyimkern. Der Honigertrag hängt dabei stark von der lokalen Bienenweide ab.
- Sterzeln
- Beim Sterzeln stehen Bienen am Flugloch mit erhöhtem Hinterleib und ausgestülpter Nasonov-Drüse und fächeln mit den Flügeln. Dieses Verhalten verbreitet einen Orientierungsduft, der heimkehrenden Bienen den Weg zum Stockeingang weist. Es tritt auch beim Einzug eines Schwarms auf.
- Stockkarte
- Die Stockkarte ist die Dokumentation aller wichtigen Informationen zu einem Bienenvolk. Sie enthält Notizen zu Durchsichten, Behandlungen, Fütterungen, Königinnenstatus und besonderen Vorkommnissen. Hivekraft ersetzt die traditionelle Papier-Stockkarte durch eine digitale Lösung.
- Stockluft
- Die Stockluft ist das temperatur- und feuchteregulierte Klima im Bienenstock. Sie wird durch Fächeln der Bienen kontrolliert und im Brutnestbereich konstant bei etwa 35°C gehalten. Auch die Luftfeuchtigkeit wird reguliert, besonders beim Trocknen des eingetragenen Nektars.
- Stockmeißel
- Der Stockmeißel ist das Universalwerkzeug des Imkers zum Lösen verkitteter Rähmchen, Kratzen von Wachsresten und Hebeln von Zargen. Er ist neben dem Smoker das unverzichtbare Grundwerkzeug bei jeder Arbeit am Bienenvolk.
T
- Thymol
- Thymol ist ein ätherisches Öl zur Varroa-Behandlung im Spätsommer. Es ist der Wirkstoff in Präparaten wie Apiguard und Thymovar. Thymol verdampft temperaturabhängig über mehrere Wochen und sollte bei Tagestemperaturen zwischen 15 und 30°C angewendet werden.
- Tracheenmilbe (Acarapis woodi)
- Die Tracheenmilbe ist ein parasitischer Milbenbefall in den Atemröhren (Tracheen) der Bienen. Sie kann Flugunfähigkeit und den sogenannten Krabblerbefall verursachen. In Europa ist die Tracheenmilbe heute dank moderner Bienenrassen und Zucht selten geworden.
- Trachtpflanze
- Trachtpflanzen sind Pflanzen, die den Bienen Nektar und/oder Pollen liefern. Wichtige Trachtpflanzen sind Raps, Linde, Obstbäume, Akazie und Kastanie. Die Kenntnis der lokalen Trachten hilft dem Imker bei der Standortwahl und der Abschätzung der Honigernte.
- Trachtnetz
- Ein Trachtnetz ist ein Netzwerk von Stockwaagen zur Beobachtung des Nektarflusses in verschiedenen Regionen. Es ermöglicht die Einschätzung von Trachtbeginn und -verlauf in Echtzeit. Viele Imkerverbände betreiben Trachtnetze, deren Daten online einsehbar sind.
U
- Umlarven
- Beim Umlarven werden jüngste Arbeiterinnenlarven (unter 24 Stunden alt) mit einem speziellen Umlarvlöffel aus ihrer Zelle entnommen und in künstliche Weiselbecher umgesetzt. Die Bienen ziehen daraus Königinnen heran. Diese Methode der Königinnenzucht ermöglicht gezielte Selektion.
- Umweiselung
- Die Umweiselung ist der Austausch der Königin in einem Bienenvolk. Sie kann still erfolgen, wenn die Bienen die alte Königin selbst ersetzen, oder gesteuert durch den Imker mit einer neuen zugesetzten Königin. Eine regelmäßige Umweiselung alle 1-2 Jahre sichert die Vitalität des Volkes.
V
- Varroa / Varroamilbe
- Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist der gefährlichste Parasit der westlichen Honigbiene. Sie vermehrt sich in der verdeckelten Bienenbrut und überträgt Viren. Ohne regelmässige Behandlung führt ein Befall zum Zusammenbruch des Volkes. Das Varroa-Management ist zentrale Aufgabe jedes Imkers.
- Varroabehandlungskonzept
- Ein Varroabehandlungskonzept ist ein integrierter Jahresplan zur Bekämpfung der Varroamilbe. Es kombiniert biotechnische Maßnahmen wie Drohnenrahmen-Schneiden und Brutentnahme mit der Anwendung organischer Säuren. Ein durchdachtes Konzept ist entscheidend für die Gesundheit der Völker.
- Vereinigen
- Das Vereinigen ist das Zusammenführen zweier Bienenvölker zu einem Volk. Häufig wird die Zeitungsmethode angewendet, bei der Zeitungspapier zwischen die Zargen gelegt wird. Das Durchnagen des Papiers gibt den Bienen Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Die Methode wird bei schwachen oder weisellosen Völkern eingesetzt.
- Volkstärke
- Die Volkstärke beschreibt die Anzahl der Bienen in einem Volk, gemessen anhand der besetzten Wabengassen oder des Gewichts. Ein starkes Volk hat im Sommer 40.000-60.000 Bienen, im Winter schrumpft es auf 10.000-15.000. Die Volkstärke beeinflusst direkt den Honigertrag und die Überwinterungsfähigkeit.
W
- Wabenhygiene
- Wabenhygiene bezeichnet den regelmäßigen Austausch alter, dunkler Brutwaben gegen neue Mittelwände. Dies verringert den Krankheitsdruck und reduziert Rückstände im Wachs. Als Faustregel gilt, jedes Jahr etwa ein Drittel der Brutwaben zu erneuern.
- Wachsdrüse
- Die Wachsdrüsen bestehen aus vier Drüsenpaaren an der Bauchseite junger Baubienen. Sie produzieren kleine Wachsplättchen, aus denen die Bienen kunstvolle Waben formen. Die Wachsproduktion ist sehr energieintensiv und erfordert den Verzehr großer Mengen Honig.
- Wachsmotte
- Wachsmotten (Große und Kleine Wachsmotte) sind Schädlinge, deren Larven Bienenwaben zerstören. Sie befallen vor allem schwache Völker und gelagertes Wabenwerk. Zur Vorbeugung sollten Waben kühl und luftig gelagert oder mit Essigsäure oder Schwefel behandelt werden.
- Waldhonig (Honigtauhonig)
- Waldhonig wird aus Honigtau gewonnen, den Blatt- und Rindenläuse auf Bäumen ausscheiden. Er hat eine dunklere Farbe und einen kräftigeren Geschmack als Blütenhonig. Waldhonig kristallisiert langsamer und ist reich an Mineralstoffen und Enzymen.
- Wanderimkerei
- Die Wanderimkerei ist eine Betriebsweise, bei der Bienenvölker zu verschiedenen Trachtquellen transportiert werden, etwa zu Raps, Heide oder Tanne. Dies erhöht den Honigertrag erheblich und ermöglicht die Gewinnung verschiedener Sortenhonige. In Deutschland ist eine Wandergenehmigung erforderlich.
- Wassergehalt
- Der Wassergehalt ist ein zentrales Qualitätskriterium für Honig. Die Honigverordnung erlaubt maximal 20%, die strengere DIB-Richtlinie maximal 18%. Er wird mit dem Refraktometer gemessen. Zu hoher Wassergehalt führt zu Gärung und macht den Honig unverkäuflich.
- Weisellosigkeit
- Weisellosigkeit ist der Zustand eines Bienenvolkes ohne Königin. Er ist erkennbar an unruhigem Verhalten, Brausen, Buckelbrut (von Arbeiterinnen gelegte unbefruchtete Eier) und fehlender Eilage. Weisellosigkeit muss schnell behoben werden, da das Volk sonst zugrunde geht.
- Weiselzelle
- Weiselzellen sind spezielle, eichelförmige Zellen, in denen Königinnen herangezogen werden. Schwarmzellen hängen am unteren Wabenrand (Schwarmtrieb), Nachschaffungszellen finden sich mitten auf der Wabe (nach Königinnenverlust). Imker kontrollieren regelmässig auf Weiselzellen zur Schwarmkontrolle.
- Wintertraube
- Die Wintertraube ist eine kugelförmige Formation, die Bienen im Winter bilden, um Wärme zu erzeugen. Die Kerntemperatur beträgt ca. 20-25°C, in der äußeren Schale nur etwa 8°C. Die Bienen wechseln regelmäßig zwischen Rand und Kern, um sich aufzuwärmen.
- Wirtschaftsvolk
- Ein Wirtschaftsvolk ist ein starkes, voll entwickeltes Bienenvolk, das genügend Bienen für die Honigproduktion hat. Typischerweise umfasst es mindestens 30.000-50.000 Bienen und wird aktiv für die Honigernte bewirtschaftet.
Z
- Zander (Beutenmass)
- Das Zander-Mass ist ein im deutschsprachigen Raum weit verbreitetes Beutenmass, benannt nach Enoch Zander. Das Rahmenmass beträgt 420 x 220 mm. Zander-Beuten werden meist als Magazinbeuten mit zwei Bruträumen geführt und sind besonders bei Hobbyimkern in Süddeutschland beliebt.
- Zarge
- Eine Zarge ist eine einzelne Etage oder ein Stockwerk einer Magazinbeute. Brutzargen enthalten das Brutnest, Honigzargen dienen der Honigeinlagerung. Je nach Volksstärke und Trachtangebot können Zargen flexibel gestapelt, aufgesetzt oder entnommen werden.
- Zuchtauslese
- Die Zuchtauslese ist die gezielte Selektion der besten Bienenvölker für die Nachzucht. Auswahlkriterien sind unter anderem Sanftmut, Honigertrag, Schwarmträgheit und Krankheitsresistenz. Organisierte Zuchtprogramme der Verbände sichern die kontinuierliche Verbesserung der Bienenrassen.
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