Met brauen: Honigwein Schritt für Schritt selbst herstellen
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Met brauen: Honigwein Schritt für Schritt selbst herstellen

8 minVon Hivekraft Redaktion
MetHonigweinRezeptDIYGärung

Met selber machen: Komplette Anleitung zum Honigwein brauen mit Rezept, Zutatenliste und Tipps für Anfänger. Einfacher als du denkst!

Met — das älteste alkoholische Getränk der Menschheit — erlebt eine Renaissance. Was einst von Wikingern und Germanen getrunken wurde, ist heute ein beliebtes Hobby: Honigwein selbst brauen. Das Tolle daran: Du brauchst keine teure Ausrüstung, kein Vorwissen und keine besonderen Fähigkeiten. Mit geduldigem Abwarten und etwas Honig kannst du deinen eigenen Met herstellen. In dieser Anleitung führen wir dich Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess — vom Ansatz bis zur Abfüllung.

Was ist Met eigentlich?

Met (auch Honigwein) ist im Kern einfach: Honig wird mit Wasser gemischt, Hefe verwandelt den Zucker im Honig zu Alkohol. Das Ergebnis ist ein Getränk mit typischerweise 10 bis 16 Prozent Alkohol, das von trocken bis sehr süß reichen kann.

7.000 Jahre
alt — Met ist das älteste Alkoholgetränk der Welt

Met gibt es in vielen Varianten:

VarianteBeschreibung
Trockener MetWenig Restsüße, weinähnlich
Süßer MetDeutliche Honigsüße, dessertweinartig
MelomelMet mit Fruchtzusatz (Beeren, Äpfel)
MetheglinMet mit Gewürzen oder Kräutern
CyserMet mit Apfelsaft
PymentMet mit Traubensaft

Zutaten und Ausrüstung

Grundregel: Guter Honig = Guter Met

Die Qualität deines Mets steht und fällt mit der Qualität des Honigs. Verwende naturbelassenen Honig vom Imker — keinen industriell verarbeiteten Supermarkthonig. Blütenhonig eignet sich am besten für den Einstieg, Waldhonig ergibt einen kräftigeren Met.

Zutaten für 5 Liter Met (Grundrezept)

Zutatenliste für 5 Liter Met
Vorbereitung: 1 Stunde, Gärung: 4–8 Wochen
Material
  • 1,5 kg naturbelassener Blütenhonig
  • 4 Liter Wasser (möglichst kalkarm)
  • 5 g Weinhefe (Reinzuchthefe, z. B. Lalvin 71B oder EC-1118)
  • Hefenährsalz nach Packungsanleitung
  • Optional: Saft einer Zitrone (Säureregler)

Das Verhältnis Honig zu Wasser bestimmt den Alkoholgehalt und die Restsüße:

  • 1 kg Honig auf 4 l Wasser = leichter, trockener Met (~10 %)
  • 1,5 kg Honig auf 4 l Wasser = mittlerer Met (~12–13 %)
  • 2 kg Honig auf 4 l Wasser = schwerer, süßer Met (~14–16 %)

Ausrüstung

Du brauchst keine professionelle Brauerei — alles ist günstig zu beschaffen:

AusrüstungZweckKosten ca.
~40 Euro
Startinvestition für die Ausrüstung (ohne Honig)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Alles desinfizieren

    Sauberkeit ist das A und O beim Met-Brauen. Spüle den Gärballon, das Gärröhrchen, den Schlauch und alle Utensilien gründlich mit einer Desinfektionslösung (z. B. Chemipro OXI oder Starsan). Auch deine Hände sollten sauber sein. Eine Kontamination mit Fremdhefen oder Bakterien kann den gesamten Ansatz ruinieren.

  2. Honigwasser (Most) ansetzen

    Erwärme etwa 1 Liter Wasser auf ca. 35–40 °C (nicht kochen!). Löse den Honig darin vollständig auf — rühre geduldig, bis keine Schlieren mehr sichtbar sind. Gib dann das restliche kalte Wasser hinzu. Die Gesamttemperatur sollte auf 20–25 °C sinken. Gieße den Most in den desinfizierten Gärballon.

  3. Hefe vorbereiten (Rehydrieren)

    Löse die Weinhefe in einem sauberen Glas mit 100 ml lauwarmem Wasser (30–35 °C) auf. Lass die Hefe 15–20 Minuten stehen, bis sie aufquillt und leicht schäumt. Rühre das Hefenährsalz unter — es liefert der Hefe wichtige Stickstoff- und Mineralstoffquellen, die im Honig fehlen.

  4. Hefe zugeben und Gärung starten

    Gib die rehydrierte Hefe in den Gärballon zum Honigwasser. Schwenke vorsichtig, um Sauerstoff einzubringen (nur jetzt, nicht später!). Setze den durchbohrten Gummistopfen mit dem Gärröhrchen auf den Gärballon. Fülle etwas Wasser (oder Desinfektionslösung) ins Gärröhrchen.

  5. Hauptgärung abwarten (2–4 Wochen)

    Stelle den Gärballon an einen dunklen Ort mit konstanter Temperatur zwischen 18 und 22 °C. Nach 12–24 Stunden solltest du die ersten Blasen im Gärröhrchen sehen — die Hefe arbeitet! In den ersten Tagen blubbert es heftig, dann lässt die Aktivität nach. Die Hauptgärung dauert je nach Rezept 2 bis 4 Wochen.

  6. Vom Bodensatz abziehen

    Wenn die Gärung deutlich nachlässt (weniger als 1 Blase pro Minute), ist es Zeit, den Met vom Hefebodensatz abzuziehen. Stelle den Gärballon erhöht und setze den Schlauch an — sauge vorsichtig an und lass den Met in einen zweiten, desinfizierten Gärballon laufen. Den trüben Bodensatz nicht mitschleppen!

  7. Nachgärung und Klärung (4–8 Wochen)

    Verschließe den zweiten Gärballon wieder mit einem Gärröhrchen. Jetzt beginnt die Nachgärung: Die verbleibende Hefe arbeitet langsam weiter und der Met klärt sich. Je länger du wartest, desto klarer wird er. Wiederhole das Abziehen nach 4 Wochen, falls sich erneut Bodensatz bildet.

  8. Abfüllen und lagern

    Wenn der Met klar ist und keine Blasen mehr aufsteigen, kann er abgefüllt werden. Fülle ihn über den Schlauch in saubere Flaschen und verschließe sie mit Korken oder Bügelverschlüssen. Met verbessert sich mit der Lagerung — nach 3 bis 6 Monaten schmeckt er deutlich runder als frisch abgefüllt.

Häufige Fehler beim Met-Brauen

Die 5 häufigsten Anfängerfehler
  1. Zu wenig Hefenährsalz: Honig enthält kaum Nährstoffe für die Hefe. Ohne Nährsalz kann die Gärung stecken bleiben oder Fehlgerüche entwickeln.
  2. Zu warme Gärung: Über 25 °C produziert die Hefe unangenehme Fuselöle. Lieber bei 18–20 °C gären.
  3. Nicht desinfiziert: Eine einzige verunreinigte Flasche kann den ganzen Ansatz verderben.
  4. Zu früh abgefüllt: Wenn noch Restzucker vergärt wird, baut sich in der Flasche Druck auf — Explosionsgefahr!
  5. Honig aufgekocht: Kochendes Wasser zerstört Aromen und Enzyme. Maximal 40 °C verwenden.

Woran erkenne ich, dass die Gärung fertig ist?

Drei Zeichen, dass dein Met fertig vergoren ist:

  1. Keine Blasen mehr im Gärröhrchen (mindestens 24 Stunden lang)
  2. Der Met ist klar — Hefeteilchen haben sich am Boden abgesetzt
  3. Geschmacksprobe: Keine spürbare Süße mehr (bei trockenem Met) oder eine stabile Restsüße, die sich nicht mehr verändert

Für absolute Sicherheit kannst du eine Spindel (Oechsle-Waage) verwenden: Wenn der Wert sich über mehrere Tage nicht verändert, ist die Gärung abgeschlossen.

Varianten: Met mit Geschmack

Hast du das Grundrezept gemeistert, kannst du experimentieren:

Frucht-Met (Melomel)

Gib nach der Hauptgärung 200–500 g Früchte pro Liter Met hinzu:

  • Kirsch-Met: Sauerkirschen, intensiv und rubinrot
  • Beeren-Met: Himbeeren oder Brombeeren, fruchtig und aromatisch
  • Apfel-Met (Cyser): Ersetze die Hälfte des Wassers durch naturtrüben Apfelsaft

Gewürz-Met (Metheglin)

Füge Gewürze hinzu — aber vorsichtig, die Aromen werden durch die Gärung intensiviert:

  • Zimt und Vanille: Klassisch weihnachtlich
  • Ingwer: Frisch und belebend
  • Lavendel: Blumig und ungewöhnlich
  • Chili: Für Met mit Kick
Gewürze dosieren

Beginne mit kleinen Mengen und schmecke regelmäßig ab. Gewürze lassen sich immer hinzufügen, aber nie wieder entfernen. Als Faustregel: Pro 5 Liter Met maximal 1–2 Zimtstangen, 1 Vanilleschote oder 20 g frischen Ingwer.

Rechtliche Hinweise

Met im Glas mit goldenem Farbton
Selbstgebrauter Met — ein Genuss mit Geschichte

In Deutschland darfst du Met für den Eigenbedarf ohne Genehmigung herstellen. Für den Verkauf gelten strenge Regeln:

  • Met fällt unter die Honigweinverordnung — er muss bestimmte Mindeststandards erfüllen
  • Für den gewerblichen Verkauf brauchst du eine Anzeige beim Hauptzollamt (Steuerlager)
  • Der Alkoholgehalt muss korrekt auf dem Etikett angegeben werden
  • Es gelten die allgemeinen Lebensmittelhygiene-Vorschriften

Für den privaten Genuss und als Geschenk für Freunde ist all das kein Thema.

Troubleshooting: Wenn etwas schiefgeht

ProblemMögliche UrsacheLösung
Gärung startet nichtHefe zu alt, Wasser zu heiß, kein NährsalzNeue Hefe ansetzen, Nährsalz zugeben
Gärung stoppt zu frühZu kalt, Nährstoffmangel, Alkoholtoleranz erreichtWärmer stellen, Nährsalz nachgeben, stärkere Hefe verwenden
Met schmeckt nach EssigBakterielle Kontamination (Essigbakterien)Leider nicht zu retten — nächstes Mal besser desinfizieren
Met riecht nach faulen EiernSchwefelwasserstoff durch gestresste HefeKräftig schwenken (entgast H2S), Nährsalz zugeben
Met bleibt trübHefeteilchen in Schwebe, PektineGeduld (klart von selbst), Schönungsmittel (Bentonit) verwenden
Met ist zu süßGärung vorzeitig gestopptNeue Hefe zugeben, wärmer stellen
Met ist zu sauerZu viel Zitrone oder FehlgärungBeim nächsten Ansatz weniger Säure, ggf. mit Honig nachsüßen

Fazit: Met brauen lohnt sich

Met selber zu machen ist eines der befriedigendsten DIY-Projekte für Imker und Honig-Fans. Der Aufwand ist überschaubar, die Kosten gering und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen — besonders nach ein paar Monaten Lagerung. Und es gibt kaum ein persönlicheres Geschenk als eine Flasche selbstgebrauten Honigwein aus eigenem Honig.

Fang mit dem Grundrezept an, warte geduldig und lass dich überraschen. Prost!

Warum ist Hefenährsalz beim Met-Brauen so wichtig?

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