Tschüss Excel: Warum digitale Stockkarten die Zukunft sind
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Tschüss Excel: Warum digitale Stockkarten die Zukunft sind

9 minVon Hivekraft Redaktion
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Papier, Excel oder App? Wir vergleichen die drei Methoden der Stockkartenführung und zeigen, warum spezialisierte Imkerei-Software klar im Vorteil ist.

Viele Imker starten mit einem Papierheft. Irgendwann wird es unübersichtlich, und der nächste logische Schritt scheint eine Excel-Tabelle zu sein. Doch auch Excel stößt schnell an Grenzen, wenn 10, 20 oder 50 Völker an mehreren Standorten dokumentiert werden wollen. Wir vergleichen alle drei Ansätze ehrlich und zeigen, warum spezialisierte Imkerei-Software wie Hivekraft die Zukunft der Stockkartenführung ist.

Warum überhaupt eine Stockkarte?

Bevor wir über das "Wie" sprechen, kurz zum "Warum": Die Stockkarte ist das Gedächtnis des Imkers. Sie dokumentiert den Zustand jedes Volkes bei jeder Durchsicht — Volksstärke, Brutzustand, Futtervorrat, Königinnenstatus und alle durchgeführten Maßnahmen.

Gesetzliche Pflicht

Seit dem 28. Januar 2022 ist das Bestandsbuch nach EU-Verordnung 2019/6 für alle Tierhalter verpflichtend — auch für Hobbyimker mit nur wenigen Völkern. Es dokumentiert sämtliche Behandlungen mit Tierarzneimitteln und muss fünf Jahre aufbewahrt werden.

Ohne saubere Dokumentation fehlen dir nach zwei Wochen die Details: War es Volk 7 oder Volk 9, das Weiselzellen hatte? Wann wurde die letzte Behandlung durchgeführt? Wie viel Futter wurde im Oktober gegeben? Die Stockkarte beantwortet all diese Fragen — vorausgesetzt, sie ist lesbar, vollständig und durchsuchbar.

Imker schreibt Notizen am Bienenstand
Handschriftliche Notizen am Stand — oft nur bis zum nächsten Besuch lesbar.

Die drei Wege im Vergleich

Weg 1: Die Papier-Stockkarte

Die klassische Methode: ein Heft, ein Klemmbrett oder Karteikarten pro Volk. Es funktioniert — für 3 bis 5 Völker und einen Standort. Die Vorteile sind offensichtlich: kein Akku nötig, kein Internet, keine Lernkurve. Aber die Nachteile wiegen schwer.

Die Probleme mit Papier:

  • Unleserliche Notizen nach einem schweißtreibenden Tag im Schutzanzug
  • Kein Backup — geht das Heft verloren, sind Jahre an Daten weg
  • Durchsuchen ist mühsam bis unmöglich: "Wann hatte Volk 12 zuletzt Weiselzellen?"
  • Auswertungen über mehrere Saisons? Nur mit stundenlangem Abtippen
  • Bestandsbuch muss separat geführt werden — doppelter Aufwand

Weg 2: Excel / Google Sheets

Viele Imker machen den Sprung von Papier zu Excel. Es fühlt sich wie ein Fortschritt an: Die Daten sind digital, man kann suchen, filtern und sogar einfache Diagramme erstellen. Aber Excel wurde für Tabellenkalkulation gebaut — nicht für Bienenvölker.

Die Probleme mit Excel:

  • Keine Struktur vorgegeben: Jeder baut seine Tabelle anders, oft fehlen wichtige Felder
  • Fehleranfällig: Eine verrutschte Zeile, ein falscher Bezug — und die ganze Auswertung stimmt nicht
  • Kein Zusammenhang: Durchsichten, Behandlungen, Ernten — alles in separaten Tabellen, die manuell verknüpft werden müssen
  • Schlecht am Bienenstand: Auf dem Smartphone eine Excel-Tabelle bedienen? In Handschuhen? Bei Sonneneinstrahlung?
  • Keine Intelligenz: Excel warnt dich nicht vor einem Schwarmrisiko und berechnet keine Behandlungsempfehlung
  • Kein Bestandsbuch-Export: Die PDF fürs Veterinäramt musst du selbst formatieren

Weg 3: Spezialisierte Imkerei-Software

Software, die speziell für Imker entwickelt wurde, kennt die Domäne: Bienenstände, Völker, Königinnen, Durchsichten, Behandlungen, Ernten. Alles ist vordefiniert, verknüpft und auswertbar. Die Erfassung dauert Sekunden statt Minuten.

KriteriumPapierExcelImkerei-App

Typische Excel-Falle: Das "Chaos-Spreadsheet"

Fast jeder Imker, der Excel nutzt, durchläuft die gleiche Entwicklung:

Jahr 1: Eine schöne Tabelle mit Spalten für Datum, Volk, Volksstärke, Bemerkungen. Funktioniert gut.

Jahr 2: Die Tabelle wächst. Neue Spalten für Behandlungen, Futter, Ernten. Einige Spalten sind leer, andere überfüllt. Die Formatierung bricht.

Jahr 3: Mehrere Standorte. Mehrere Tabs. Links zwischen den Tabs. Formelverweise, die manchmal stimmen, manchmal nicht. Die Datei ist 5 MB groß und braucht 10 Sekunden zum Öffnen.

Jahr 4: Der Versuch, ein Auswertungsdashboard zu bauen. Pivot-Tabellen, bedingte Formatierung. Es funktioniert — aber nur der Ersteller versteht es. Der Vereinskollege, dem man die Datei zeigt, gibt nach 5 Minuten auf.

Der versteckte Kostenfaktor

Die Zeit, die du in die Pflege einer Excel-Tabelle investierst, ist echte Arbeitszeit. Wer 30 Minuten pro Woche mit Formatierung, Verknüpfung und manuellen Auswertungen verbringt, hat am Ende der Saison über 15 Stunden investiert — nur für die Tabellenpflege, nicht für die eigentliche Dokumentation.

Was eine gute Imkerei-App anders macht

1. Domänen-Wissen ist eingebaut

Eine gute Imkerei-App weiß, was eine Durchsicht enthält: Volksstärke (Wabengassen), Brutzustand, Weiselzellen, Königin gesehen, Futterkranz, Varroa-Befund. Diese Felder sind vordefiniert, mit sinnvollen Optionen vorbelegt und in Sekunden ausgefüllt.

In Excel musst du jedes Feld selbst definieren und hoffen, dass du nichts vergisst.

2. Verknüpfungen sind automatisch

Jede Durchsicht gehört zu einem Volk. Jedes Volk gehört zu einem Standort. Jede Behandlung gehört zu einer Charge mit Chargennummer, Lieferant und Sperrfrist. Diese Zusammenhänge werden in einer App automatisch hergestellt — in Excel musst du sie manuell pflegen.

3. Intelligente Auswertungen

Moderne Imkerei-Software kann aus deinen Daten Schlüsse ziehen:

Was eine intelligente Imkerei-App automatisch erkennt

Fortschritt0/0

4. Bestandsbuch auf Knopfdruck

Die EU-Verordnung 2019/6 schreibt vor, dass jede Behandlung mit Tierarzneimitteln lückenlos dokumentiert wird: Datum, Diagnose, Arzneimittel, Chargennummer, Dosierung, Anwendungsart, Sperrfrist und behandelnde Person. Eine gute App sammelt diese Daten automatisch aus deinen Behandlungseinträgen und generiert den Export als PDF oder CSV — ein Klick, und das Bestandsbuch ist fertig.

In Excel? Viel Spaß beim Formatieren.

Smartphone mit Imkerei-App am Bienenstand
Eine spezialisierte App ist für die Bedienung am Bienenstand optimiert — auch mit Handschuhen.

Praxisbeispiel: 25 Völker, 3 Standorte

Stellen wir uns vor, du betreust 25 Völker an drei Standorten. Jeden Sonntag machst du eine Durchsicht an einem Standort — das sind 8 bis 10 Völker pro Tour.

Mit Papier: Du schreibst in ein Heft. Am Abend überträgst du die Notizen in ein sauberes Bestandsbuch. Das dauert 30 bis 45 Minuten. Auswertung? Nicht realistisch.

Mit Excel: Du öffnest die Datei auf dem Handy, scrollst zum richtigen Tab, findest das richtige Volk, tippst die Daten ein. Eine Zelle verrutscht, weil der Touchscreen unpräzise ist. Am Abend korrigierst du die Tabelle am PC. 20 bis 30 Minuten extra.

Mit einer Imkerei-App: Du öffnest die App, wählst den Standort, tippst auf das erste Volk, schiebst den Volksstärke-Regler, wählst "Königin gesehen", notierst "2 Spielnäpfchen, leer" — fertig. 30 Sekunden pro Volk. Oder du diktierst per Spracheingabe: "Volk 7, sechs Gassen, Königin gesehen, Stifte frisch, Futter knapp." Die App erkennt alles automatisch.

30 Sekunden
Zeit pro Volk im Quick-Check-Modus einer spezialisierten Imkerei-App

Der Umstieg: Einfacher als gedacht

Die größte Hürde beim Umstieg ist psychologisch: "Ich kenne mein System, es funktioniert." Aber das stimmt nur, solange man keine Auswertungen braucht, keinen Bestandsbuch-Export, keine Schwarmprognose.

  1. Schritt 1: Aktuellen Bestand erfassen

    Lege alle deine Standorte und Völker in der neuen App an. Das dauert bei 25 Völkern etwa 30 Minuten. Du brauchst nicht die komplette Historie — der aktuelle Stand reicht für den Start.

  2. Schritt 2: Erste Durchsicht digital erfassen

    Bei der nächsten Durchsicht nutzt du die App statt des Hefts. Lass das Heft als Backup dabei, bis du dich sicher fühlst.

  3. Schritt 3: Altes System parallel laufen lassen

    Führe für 2 bis 3 Durchsichten beide Systeme parallel. Dann siehst du, ob die App alles abdeckt, was du brauchst.

  4. Schritt 4: Papier/Excel ablegen

    Sobald du merkst, dass die App schneller und vollständiger ist, lass das alte System weg. Die meisten Imker brauchen dafür 2 bis 4 Wochen.

Was Hivekraft konkret bietet

Hivekraft wurde speziell für deutschsprachige Imker entwickelt und deckt den gesamten Workflow ab:

  • Standort-Karte: Alle Bienenstände auf einer interaktiven Karte mit Wetterdaten
  • Quick-Check: Durchsicht in unter 30 Sekunden erfassen — auch mit Handschuhen
  • Spracheingabe: Beobachtungen per Sprache diktieren, die KI ordnet sie den richtigen Feldern zu
  • Bestandsbuch: Automatischer Export als PDF nach EU 2019/6 — bilingual DE/EN
  • Schwarmprognose: Fünf Faktoren werden analysiert und in ein Risiko-Level umgerechnet
  • Königinnen-Management: Herkunft, Zuchtlinie, Alter, Leistung — alles an einem Ort
  • Ernte & Etiketten: Von der Wabe bis zum fertigen Etikett mit QR-Code
  • IoT-Integration: Stockwaagen-Daten direkt in der App visualisiert
  • DSGVO-konform: Server in der EU, verschlüsselte Übertragung, kein Tracking

Die Grundfunktionen — digitale Stockkarte, Durchsichten, Bestandsbuch — sind im kostenlosen Plan enthalten. Wer erweiterte Analysen und IoT-Integration nutzen möchte, greift zum Pro-Plan.

Häufige Einwände — und ehrliche Antworten

"Mein Smartphone hat am Bienenstand kein Internet." Hivekraft läuft als Progressive Web App (PWA) und funktioniert offline. Die Daten werden synchronisiert, sobald du wieder online bist.

"Ich bin kein Technik-Mensch." Wenn du WhatsApp bedienen kannst, kannst du auch eine Imkerei-App bedienen. Die Erfassung ist deutlich simpler als eine Excel-Tabelle.

"Was passiert mit meinen Daten, wenn der Anbieter offline geht?" Seriöse Anbieter bieten jederzeit einen vollständigen Datenexport (CSV, PDF). Hivekraft speichert alle Daten DSGVO-konform auf EU-Servern und ermöglicht den Export mit einem Klick.

"Ich habe nur 3 Völker, da lohnt sich das nicht." Stimmt teilweise: Für 3 Völker reicht Papier. Aber: Das Bestandsbuch gilt auch für 3 Völker, und der automatische Export spart trotzdem Zeit.

Fazit: Die richtige Werkzeugwahl

Unsere Empfehlung

Papier ist für 2 bis 3 Völker in Ordnung. Excel ist eine Sackgasse — der Aufwand steigt überproportional zum Nutzen. Ab 5 Völkern lohnt sich eine spezialisierte Imkerei-App. Sie spart Zeit, liefert bessere Auswertungen und erfüllt die gesetzlichen Dokumentationspflichten auf Knopfdruck.

Die Zeit, die du in Excel-Formatierung investierst, nutzt du mit einer App für deine Bienen. Und darum geht es am Ende: weniger Verwaltung, mehr Imkerei.

Probiere es aus: Die Hivekraft-Demo zeigt dir in 5 Minuten, wie moderne Stockkartenführung funktioniert — mit echten Daten einer fiktiven Imkerei über vier Jahre.

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