Mit einem QR-Code auf dem Honigglas stärkst du Kundenbindung und Transparenz. Anleitung für Inhalte, Gestaltung und technische Umsetzung.
Ein kleines Quadrat auf dem Etikett kann den Unterschied machen: Der QR-Code verbindet dein Honigglas mit der digitalen Welt. Kunden scannen, erfahren alles über Herkunft und Qualität — und du hebst dich von der Konkurrenz ab. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Inhalte auf die QR-Code-Landingpage gehören, wie du das technisch umsetzt und warum Transparenz dein stärkstes Verkaufsargument ist.
Warum QR-Codes auf Honig?
Verbraucher wollen heute wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Beim Honig ist das besonders ausgeprägt: Regionaler Honig wird bewusst gekauft, weil die Käufer den Imker und die Herkunft kennen möchten. Ein QR-Code macht diese Transparenz zum Erlebnis.
Laut einer Bitkom-Studie nutzen 82 % der Smartphone-Besitzer in Deutschland QR-Codes. Die Hemmschwelle ist praktisch verschwunden — die Kamerafunktion reicht, keine extra App nötig. Bei Lebensmitteln ist die Scan-Rate besonders hoch, wenn ein klarer Mehrwert erkennbar ist.
Die Vorteile im Überblick
Für dich als Imker:
- Kostenlose, messbare Werbung bei jedem verkauften Glas
- Professioneller Auftritt, der Vertrauen schafft
- Rückverfolgbarkeit bei Rückfragen oder Reklamationen
- Wiederkaufanreiz durch direkten Kontaktweg
Für deine Kunden:
- Transparenz: Woher kommt mein Honig genau?
- Vertrauen: Wer ist der Imker hinter dem Produkt?
- Wissen: Welche Blüten, welcher Standort, welche Saison?
- Kontakt: Direkte Nachbestellmöglichkeit
Was gehört auf die QR-Code-Landingpage?
Die Landingpage ist das Herzstück. Wenn ein Kunde den Code scannt, muss er in 10 Sekunden verstehen, was er vor sich hat. Gleichzeitig soll die Seite neugierig machen und Vertrauen aufbauen.
Chargen-Informationen
Die Basics: Chargennummer, Honigsorte, Abfülldatum, Mindesthaltbarkeit und Nettofüllmenge. Das sind Pflichtangaben, die auch auf dem physischen Etikett stehen — aber digital hübscher darstellbar und mit Kontext anreicherbar.
Herkunft und Standort
Wo standen die Bienen? Zeige den ungefähren Standort auf einer Karte (nicht die exakte GPS-Position, aus Sicherheitsgründen). Beschreibe die Trachtlage: "Dieser Honig stammt von unserem Bienenstand am Waldrand bei Freising. Die Haupttracht bestand aus Linde, Himbeere und Waldblüten."
Dein Imker-Profil
Stelle dich kurz vor: Name, seit wann du imkerst, Anzahl der Völker, deine Philosophie. Ein Foto von dir am Bienenstand macht die Verbindung persönlich. Kunden kaufen nicht nur Honig — sie kaufen eine Geschichte.
Qualitätsdaten
Wassergehalt, Enzymaktivität (Invertase), HMF-Wert — wenn du diese Werte kennst, zeige sie. Das signalisiert Professionalität und hebt dich von Discounterhonig ab, bei dem solche Angaben fehlen.
Kontakt und Nachbestellung
Mache es einfach, dich zu erreichen: E-Mail, Telefon, Hofladen-Adresse, Social-Media-Links. Wer einen guten Honig hat, wird nach mehr gefragt — der QR-Code ist dein kürzester Weg zur Nachbestellung.

Gestaltungstipps für QR-Codes auf Etiketten
Größe und Platzierung
Die Mindestgröße für einen zuverlässig scannbaren QR-Code beträgt 2 x 2 cm. Kleiner sollte er nicht sein, da ältere Smartphones sonst Probleme mit der Erkennung haben. Platziere ihn so, dass er:
- Nicht über eine Krümmung des Glases läuft (bei runden Gläsern die flachste Stelle wählen)
- Ausreichend Kontrast zum Hintergrund hat (schwarz auf weiß oder dunkel auf hell)
- Eine ruhige Zone von mindestens 3 mm um den Code herum hat (kein Text oder Grafik direkt daneben)
Mit oder ohne Call-to-Action?
Ein QR-Code allein ist stumm. Ein kurzer Text daneben erhöht die Scan-Rate deutlich:
| Variante | Scan-Rate (geschätzt) | Empfehlung |
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Farbe und Design
QR-Codes müssen nicht schwarz-weiß sein. Sie können in deinen Markenfarben gestaltet werden, solange der Kontrast hoch genug bleibt. Vermeide:
- Helle Farben auf hellem Hintergrund
- Verläufe innerhalb des Codes
- Zu kleine Elemente oder zu viel Information (kürzere URLs = einfachere Codes)
Ein QR-Code mit der URL hivekraft.com/honey/abc123 ist deutlich einfacher (weniger Module) als einer mit einer 80-Zeichen-URL. Kürzere URLs ergeben einfachere Codes, die auch bei kleiner Druckgröße zuverlässig scannen.
Technische Umsetzung: Deine Optionen
Option 1: Manuelle Erstellung
Du erstellst den QR-Code mit einem kostenlosen Online-Generator (z. B. qr-code-generator.de) und fügst ihn manuell in dein Etikettendesign ein. Die Landingpage baust du selbst — als einfache HTML-Seite, Social-Media-Profil oder Google-Sites-Seite.
Vorteil: Keine Kosten. Nachteil: Jede Charge braucht einen neuen Code, eine neue Seite. Bei 10 Chargen pro Jahr wird das aufwendig.
Option 2: Imkerei-Software mit integrierter Lösung
Spezialisierte Software wie Hivekraft generiert den QR-Code automatisch aus deinen Ernte- und Abfüllungsdaten. Die Landingpage wird aus den vorhandenen Daten zusammengebaut — du musst nichts extra pflegen.
Der Workflow in Hivekraft:
- Ernte erfassen: Datum, Standort, Honigsorte, Gewicht, Wassergehalt
- Abfüllung anlegen: Chargennummer, Glasgröße, Anzahl, zugeordnete Ernte(n)
- QR-Code generieren: Ein Klick — der Code verlinkt auf eine öffentliche Honig-Seite
- Etikett erstellen: Im Etiketten-Generator den QR-Code mit Pflichtangaben kombinieren
- Drucken: PDF herunterladen, auf Etikettenpapier drucken, aufkleben
Vorteil: Alles aus einer Hand, Daten werden wiederverwendet, keine doppelte Pflege. Nachteil: Du bindest dich an eine Plattform (aber Export ist jederzeit möglich).
Option 3: Eigene Website + dynamische QR-Codes
Für technikaffine Imker: Du baust eine eigene Website mit dynamischen Unterseiten pro Charge. Dynamische QR-Codes (über Dienste wie QR.io oder Beaconstac) erlauben es, die Ziel-URL nachträglich zu ändern — nützlich, wenn sich die Seite ändert oder du den Anbieter wechselst.
Vorteil: Volle Kontrolle über Design und Inhalte. Nachteil: Technisches Know-how erforderlich, laufende Kosten für QR-Code-Dienst.
Praxisbeispiel: Honig-Marketing auf dem Wochenmarkt

Stell dir vor: Du stehst am Samstagmorgen auf dem Wochenmarkt. Ein Kunde nimmt ein Glas Sommertracht in die Hand und fragt: "Woher kommt der Honig?" Du sagst: "Scannen Sie mal den QR-Code." Der Kunde scannt — und sieht den Standort auf der Karte, dein Foto, den Wassergehalt von 16,8 %, das Abfülldatum, die Trachtbeschreibung.
Das passiert:
- Der Kunde ist beeindruckt: "So etwas habe ich noch nie bei Honig gesehen!"
- Er kauft nicht nur ein Glas, sondern zwei — eins zum Verschenken
- Er scannt den Code zu Hause nochmal und zeigt ihn seiner Familie
- Drei Wochen später kommt er wieder: "Haben Sie noch Waldtracht?"
Rechtliche Aspekte
Pflichtangaben auf dem Etikett
Der QR-Code ersetzt nicht die gesetzlichen Pflichtangaben auf dem physischen Etikett. Diese bleiben verpflichtend:
- Verkehrsbezeichnung ("Blütenhonig", "Waldhonig" etc.)
- Nettofüllmenge
- Mindesthaltbarkeitsdatum
- Name und Anschrift des Inverkehrbringers
- Loskennzeichnung (Chargennummer)
- Ursprungsland
Der QR-Code ist eine Ergänzung, die dem Kunden freiwillig mehr Informationen bietet.
Datenschutz (DSGVO)
Wenn du auf der Landingpage persönliche Daten erhebst (z. B. E-Mail für Nachbestellung), brauchst du eine Datenschutzerklärung. Wenn du nur Informationen anzeigst und keine Daten sammelst, ist das unproblematisch.
Verzichte auf invasives Tracking (Google Analytics, Facebook Pixel) auf deiner Honig-Landingpage. Deine Kunden vertrauen dir — enttäusche dieses Vertrauen nicht mit Datensammelei. Ein einfacher Besuchszähler (cookieless, DSGVO-konform) reicht, um zu sehen, wie viele Leute scannen.
Erweiterte Ideen: Storytelling über den QR-Code
Saisonale Updates
Ändere die Landingpage im Laufe des Jahres: Im Frühjahr zeigst du Bilder der Obstblüte, im Sommer die Linde, im Herbst die Einfütterung. Kunden, die den Code mehrmals scannen, erleben die Saison mit.
Video einbinden
Ein 30-Sekunden-Video von der Honigernte oder vom Bienenstand macht die Herkunft lebendig. Du brauchst kein Profi-Equipment — ein Smartphone-Video in guter Beleuchtung reicht völlig.
Rezeptvorschläge
Passend zur Honigsorte: Lindenblütenhonig im Tee, Akazienhonig im Salatdressing, Waldhonig zum Käse. Ein einfaches Rezept auf der Landingpage gibt dem Kunden einen Verwendungsvorschlag und erhöht die Wertschätzung.
Kundenbewertungen
Wenn du mutig bist: Lass Kunden auf der Landingpage eine kurze Bewertung hinterlassen. "Bester Honig, den ich je hatte!" — das ist kostenlose Werbung für das nächste Glas.
Kosten und Aufwand
| Lösung | Einmalkosten | Laufende Kosten | Zeitaufwand pro Charge |
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Für die meisten Hobbyimker ist die integrierte Lösung einer Imkerei-Software der beste Kompromiss aus Aufwand und Ergebnis. Die Daten sind sowieso schon da (Ernten, Chargen), und der QR-Code wird automatisch generiert.
Schritt-für-Schritt: Dein erstes QR-Code-Etikett
Checkliste für dein erstes QR-Code-Etikett
Fazit: Kleiner Code, große Wirkung
Ein QR-Code auf dem Honigglas kostet nichts, braucht wenig Platz und bietet enormen Mehrwert — für dich und deine Kunden. Er macht Transparenz sichtbar, Professionalität spürbar und Nachbestellung einfach. In einer Zeit, in der Verbraucher die Herkunft ihrer Lebensmittel hinterfragen, ist der QR-Code kein Nice-to-have mehr — er ist ein Wettbewerbsvorteil.
Starte mit einer einfachen Landingpage und einem Code pro Charge. Du wirst überrascht sein, wie viele Kunden scannen — und wie die Gespräche auf dem Wochenmarkt plötzlich eine ganz andere Tiefe bekommen.
Die QR-Code- und Etiketten-Funktion von Hivekraft macht den Einstieg besonders einfach: Ernte erfassen, Abfüllung anlegen, Code generieren — fertig. Probiere es in der Demo aus und sieh dir an, wie eine öffentliche Honig-Seite aussieht.
- Digitale Imkerei mit Hivekraft -- Lektion 5: QR-Codes fuer Transparenz
- Honig-Business aufbauen -- Lektion 9: Markenaufbau



