Bienen im Winter - So überleben deine Völker die kalte Jahreszeit
Grundlagen

Bienen im Winter - So überleben deine Völker die kalte Jahreszeit

3 minVon Hivekraft Team
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Was machen Bienen im Winter? Wie unterstützt du deine Völker richtig? Alles über Wintertraube, Futter, Kontrolle und typische Fehler.

Der Winter ist für Imker eine Zeit des Wartens. Doch während du dich zurücklehnst, arbeiten deine Bienen hart, um als Volk zu überleben. Verstehst du, was im Stock passiert, kannst du deine Völker optimal unterstützen.

Was passiert im Bienenstock im Winter?

Die Wintertraube

Ab etwa 10 Grad Außentemperatur bilden die Bienen eine Wintertraube - eine kugelförmige Anordnung, in der sie sich gegenseitig wärmen.

  • Außenhüllschicht: Bienen sitzen dicht gedrängt und isolieren
  • Kerntemperatur: 20-25 Grad Celsius (ohne Brut)
  • Mit Brut: Bis zu 35 Grad Celsius im Brutnest
  • Energiequelle: Eingelagerter Honig und Zuckersirup

Der Futterverbrauch

Ein typisches Volk verbraucht im Winter:

  • Oktober-November: 1-2 kg pro Monat
  • Dezember-Januar: 0,5-1,5 kg pro Monat (kälteste Phase)
  • Februar-März: 2-4 kg pro Monat (Brutbeginn!)
  • Gesamt: 12-18 kg über den Winter

Achtung: Der höchste Verbrauch kommt im Spätwinter, wenn die Bruttätigkeit wieder beginnt. Hier verhungern die meisten Völker!

Die richtige Einfütterung

Zeitpunkt und Menge

Die Auffütterung sollte bis Mitte September abgeschlossen sein:

  • Ziel: 15-20 kg Futtervorrat (je nach Region und Volkstärke)
  • Futtermittel: Invertzuckersirup oder Zuckerwasser (3:2)
  • Futtertaschen oder Futtergeschirre verwenden
  • Nicht zu spät füttern - die Bienen müssen das Futter noch umarbeiten können

Futtervorrat prüfen

So schätzt du den Futtervorrat ein:

MethodeGenauigkeitAufwand
Anheben der BeuteMittelGering
Stockwaage (IoT)HochEinmalig
WabenkontrolleHochStörung

Winterkontrollen richtig durchführen

Was du kontrollieren solltest

  • Flugloch: Frei von toten Bienen und Schnee?
  • Mäuseabwehr: Mäusegitter am Flugloch?
  • Sturmsicherung: Deckel beschwert?
  • Feuchtigkeit: Kondenswasser am Boden?

Was du NICHT tun solltest

  • Stock öffnen bei unter 10 Grad
  • Völker unnötig stören
  • Bienen füttern bei Frost (nehmen Futter nicht ab)
  • Bienenstock umstellen oder bewegen

Typische Winterverluste und ihre Ursachen

Häufigste Verlustursachen

  1. Varroa-Befall (>30% aller Verluste)

    • Unzureichende Sommerbehandlung
    • Reinvasion durch Nachbarvölker
    • Lösung: Konsequente Behandlungsstrategie
  2. Futtermangel (~20%)

    • Zu wenig eingefüttert
    • Futter falsch positioniert
    • Lösung: 15-20 kg Vorrat sicherstellen
  3. Weisellosigkeit (~15%)

    • Königin im Herbst verloren
    • Kein Ersatz möglich
    • Lösung: Herbstkontrolle auf Weiselrichtigkeit
  4. Nosemose und andere Krankheiten (~10%)

    • Geschwäche durch Varroa begünstigt Sekundärinfektionen
    • Feuchte Stockluft fördert Pilzerkrankungen

Den Frühling vorbereiten

Schon im Winter kannst du dich auf die neue Saison vorbereiten:

  • Rähmchen drahten
  • Mittelwände einlöten
  • Material reparieren und reinigen
  • Standorte planen und Genehmigungen einholen
  • Fortbildungen besuchen (Imkerkurse, Vorträge)

Checkliste: Winterfest in 5 Schritten

  1. Einfütterung bis Mitte September abschließen (15-20 kg)
  2. Winterbehandlung in brutfreier Phase durchführen
  3. Mäuseschutz und Sturmsicherung anbringen
  4. Flugloch verkleinern
  5. Monatliche Sichtkontrolle von außen

Zusammenfassung

Bienen sind perfekt an den Winter angepasst. Deine Aufgabe als Imker ist es, die richtigen Voraussetzungen zu schaffen und dann Geduld zu haben. Eine gute Varroa-Behandlung, ausreichend Futter und minimale Störung - mehr braucht es nicht für einen erfolgreichen Winter.

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