Grundlagen

Bienen im Winter - So überleben deine Völker die kalte Jahreszeit

4 minVon Hivekraft Redaktion
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Was machen Bienen im Winter? Wie unterstützt du deine Völker richtig? Alles über Wintertraube, Futter, Kontrolle und typische Fehler.

Der Winter ist für Imker eine Zeit des Wartens. Doch während du dich zurücklehnst, arbeiten deine Bienen hart, um als Volk zu überleben. Verstehst du, was im Stock passiert, kannst du deine Völker optimal unterstützen.

Was passiert im Bienenstock im Winter?

Die Wintertraube

Ab etwa 10 Grad Außentemperatur bilden die Bienen eine Wintertraube - eine kugelförmige Anordnung, in der sie sich gegenseitig wärmen.

  • Außenhüllschicht: Bienen sitzen dicht gedrängt und isolieren
  • Kerntemperatur: 20-25 Grad Celsius (ohne Brut)
  • Mit Brut: Bis zu 35 Grad Celsius im Brutnest
  • Energiequelle: Eingelagerter Honig und Zuckersirup

Der Futterverbrauch

Ein typisches Volk verbraucht im Winter:

  • Oktober-November: 1-2 kg pro Monat
  • Dezember-Januar: 0,5-1,5 kg pro Monat (kälteste Phase)
  • Februar-März: 2-4 kg pro Monat (Brutbeginn!)
  • Gesamt: 12-18 kg über den Winter

Achtung: Der höchste Verbrauch kommt im Spätwinter, wenn die Bruttätigkeit wieder beginnt. Hier verhungern die meisten Völker!

Die richtige Einfütterung

Zeitpunkt und Menge

Die Auffütterung sollte bis Mitte September abgeschlossen sein:

  • Ziel: 15-20 kg Futtervorrat (je nach Region und Volkstärke)
  • Futtermittel: Invertzuckersirup oder Zuckerwasser (3:2)
  • Futtertaschen oder Futtergeschirre verwenden
  • Nicht zu spät füttern - die Bienen müssen das Futter noch umarbeiten können

Futtervorrat prüfen

So schätzt du den Futtervorrat ein:

MethodeGenauigkeitAufwand
Anheben der BeuteMittelGering
Stockwaage (IoT)HochEinmalig
WabenkontrolleHochStörung

Winterkontrollen richtig durchführen

Bienenstöcke im Winter mit Mäuseschutzgitter am Flugloch
Mäuseschutzgitter am Flugloch schützen die Wintertraube vor ungebetenen Gästen.

Was du kontrollieren solltest

  • Flugloch: Frei von toten Bienen und Schnee?
  • Mäuseabwehr: Mäusegitter am Flugloch?
  • Sturmsicherung: Deckel beschwert?
  • Feuchtigkeit: Kondenswasser am Boden?

Was du NICHT tun solltest

  • Stock öffnen bei unter 10 Grad
  • Völker unnötig stören
  • Bienen füttern bei Frost (nehmen Futter nicht ab)
  • Bienenstock umstellen oder bewegen

Typische Winterverluste und ihre Ursachen

Häufigste Verlustursachen

  1. Varroa-Befall (70-80 % aller Winterverluste gehen direkt oder indirekt auf die Varroa-Milbe zurück, einschließlich durch Varroa übertragener Viren wie DWV)

    • Unzureichende Sommerbehandlung
    • Reinvasion durch Nachbarvölker
    • Lösung: Konsequente Behandlungsstrategie
  2. Futtermangel (~10 %)

    • Zu wenig eingefüttert
    • Futter falsch positioniert
    • Lösung: 15-20 kg Vorrat sicherstellen
  3. Weisellosigkeit (~5-10 %)

    • Königin im Herbst verloren
    • Kein Ersatz möglich
    • Lösung: Herbstkontrolle auf Weiselrichtigkeit
  4. Nosemose und andere Krankheiten

    • Spielt laut aktueller Forschung eine geringere Rolle als früher angenommen
    • Geschwächte Völker durch Varroa sind anfälliger für Sekundärinfektionen
    • Feuchte Stockluft fördert Pilzerkrankungen

Den Frühling vorbereiten

Schon im Winter kannst du dich auf die neue Saison vorbereiten:

  • Rähmchen drahten
  • Mittelwände einlöten
  • Material reparieren und reinigen
  • Standorte planen und Genehmigungen einholen
  • Fortbildungen besuchen (Imkerkurse, Vorträge)

Checkliste: Winterfest in 5 Schritten

Oxalsäure-Träufelbehandlung im brutfreien Winter
Die Oxalsäure-Träufelbehandlung in der brutfreien Winterphase entfernt die letzten Varroa-Milben.
  1. Einfütterung bis Mitte September abschließen (15-20 kg)
  2. Winterbehandlung in brutfreier Phase durchführen
  3. Mäuseschutz und Sturmsicherung anbringen
  4. Flugloch verkleinern
  5. Monatliche Sichtkontrolle von außen

Zusammenfassung

Bienen sind perfekt an den Winter angepasst. Deine Aufgabe als Imker ist es, die richtigen Voraussetzungen zu schaffen und dann Geduld zu haben. Eine gute Varroa-Behandlung, ausreichend Futter und minimale Störung - mehr braucht es nicht für einen erfolgreichen Winter. Dokumentiere deine Wintervorbereitungen in der digitalen Stockkarte, damit du im Frühjahr den Überblick behältst.

Lies auch: Winterbehandlung mit Oxalsäure - So funktioniert die Restentmilbung Vorbereitungen im Herbst: Wintervorbereitungen - So bringst du deine Bienen sicher durch den Winter So geht es weiter: Frühlingserwachen am Bienenstock - Was jetzt zu tun ist
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Winter ist Planungszeit. Nutze sie für deine Weiterbildung:


Weniger Papierkram. Mehr Zeit bei deinen Bienen.

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