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Lebensmittelkennzeichnung für Honig

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Honigverordnung, LMIV und Pflichtangaben auf dem Etikett. Alle Regeln für die korrekte Honigkennzeichnung inkl. DIB-Glas, Bio-Honig und Nährwerttabelle.

Lebensmittelkennzeichnung für Honig

Honigglas im warmen Bernsteinlicht
Honig ist ein Lebensmittel -- und als solches gelten strenge Kennzeichnungspflichten, die jeder Imker kennen muss.

Du hast geschleudert, gesiebt und abgefuellt. Dein Honig ist wunderschoen golden und schmeckt hervorragend. Jetzt willst du ihn verkaufen, verschenken oder auf dem Wochenmarkt anbieten. Aber halt -- bevor ein einziges Glas dein Haus verlaesst, muss das Etikett stimmen. Und "stimmen" heisst: Es muss den Vorgaben der Honigverordnung (HonigV), der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und weiterer Vorschriften entsprechen.

Die Kennzeichnungspflichten sind kein Selbstzweck. Sie schuetzen den Verbraucher und schaffen Transparenz. In dieser Lektion gehen wir alle Pflichtangaben durch -- und zeigen, wie du dein Etikett rechtssicher gestaltest.

6 Pflichtangaben
muessen auf jedem Honigetikett stehen -- dazu kommen bedingte Pflichten wie die Naehrwertdeklaration

Rechtsgrundlagen im Ueberblick

Drei Rechtsakte bilden den Rahmen für die Honigkennzeichnung in Deutschland:

1. Honigverordnung (HonigV)

Die Honigverordnung (Verordnung über Honig, vom 16. Januar 2004, zuletzt geaendert am 25. November 2025) setzt die EU-Honigrichtlinie 2001/110/EG in deutsches Recht um. Sie definiert:

  • Was ueberhaupt als "Honig" verkauft werden darf
  • Welche Qualitätsanforderungen gelten (Wassergehalt, HMF-Wert, Diastasezahl)
  • Welche Verkehrsbezeichnungen zulaessig sind (z.B. "Bluetenhonig", "Waldhonig")
  • Welche Zusätze und Behandlungen verboten sind
Was darf sich 'Honig' nennen?

Nach Paragraph 1 der HonigV ist Honig der "natuerliche suesse Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird". Dem Honig darf nichts hinzugefuegt und nichts entzogen werden (§ 3 HonigV). Keine Farbstoffe, keine Aromen, kein Wasser, kein Zucker. Sogar das Filtern von Pollen (Ultrafeinstfilter) ist verboten, weil es die natuerliche Zusammensetzung veraendert. Honig muss Honig bleiben -- so wie ihn die Bienen gemacht haben.

2. Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV)

Die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV) ist die zentrale EU-Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung. Sie gilt für alle Lebensmittel, die in der EU in den Verkehr gebracht werden -- also auch für Honig. Die LMIV regelt:

  • Welche Pflichtangaben auf dem Etikett stehen muessen
  • Die Schriftgroesse (Mindestgroesse der x-Hoehe: 1,2 mm, bei Packungen unter 80 cm²: 0,9 mm)
  • Die Nährwertdeklaration
  • Die Allergenkennzeichnung

3. Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV)

Die LMHV regelt die hygienischen Anforderungen an die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Für Imker relevant: Der Schleuderraum muss bestimmte Standards erfuellen, und die Abfuellung muss hygienisch erfolgen. Die Kennzeichnung selbst betrifft die LMHV nicht direkt, aber sie ist der Grund, warum du Name und Anschrift auf dem Etikett angeben musst -- Rückverfolgbarkeit.

Die 6 Pflichtangaben auf dem Honigetikett (plus bedingte Angaben)

Verschiedene Honigsorten in Glaesern
Ob Bluetenhonig, Waldhonig oder Sortenhonig -- die Pflichtangaben auf dem Etikett sind für alle gleich.

Jedes Honigetikett muss die folgenden Informationen enthalten. Fehlt auch nur eine davon, ist das Etikett rechtswidrig.

1. Verkehrsbezeichnung

Die Verkehrsbezeichnung beschreibt, was im Glas ist. Für Honig ist sie in der HonigV vorgegeben:

VerkehrsbezeichnungDefinitionBeispiel
HonigAllgemeine Bezeichnung, immer zulaessigFür Mischhonig ohne besondere Sortenreinheit
BluetenhonigVollstaendig oder ueberwiegend aus BluetennektarFruehjahrs-Bluetenhonig
WaldhonigUeberwiegend aus HonigtauTannen-Waldhonig
Sortenhonig (z.B. Rapshonig)Muss ueberwiegend von der genannten Pflanze stammenPruefung durch Pollenanalyse
Wabenhonig / ScheibenhonigHonig in den natuerlichen WabenBesondere Produktform
BackhonigZum Kochen oder Backen geeignetÜber Grenzwerte für Speisehonig
PresshonigDurch Pressen der Waben gewonnenSelten im Handel
Sortenhonig: Vorsicht bei der Bezeichnung!

Wenn du deinen Honig als Sortenhonig (z.B. "Lindenbluetenhonig", "Rapshonig", "Akazienhonig") vermarktest, muss er ueberwiegend von der genannten Trachtquelle stammen. Das wird durch Pollenanalyse (sensorisch und mikroskopisch) ueberprueft. Eine falsche Sortenbezeichnung ist ein Verstoss gegen die HonigV und kann abgemahnt werden. Im Zweifel: "Bluetenhonig" ist immer sicher.

2. Ursprungsland

Mit der Aenderung der EU-Honigrichtlinie (Richtlinie (EU) 2024/1438, Anwendung ab 14. Juni 2026) muessen die Ursprungslaender auf dem Etikett angegeben werden. Für deutschen Imkerhonig ist das einfach:

  • "Deutscher Honig" oder "Herkunft: Deutschland"
  • Bei Mischungen aus verschiedenen Laendern muessen ab dem 14. Juni 2026 alle Herkunftslaender mit Prozentangabe in absteigender Reihenfolge aufgelistet werden
  • Die Angabe "Mischung von Honig aus EU-Laendern und Nicht-EU-Laendern" ist für deutsche Imker nicht relevant, aber du siehst sie auf importiertem Honig
100 % deutsch
Die Herkunftsangabe 'Deutscher Honig' ist für den Verbraucher ein wichtiges Qualitaetsmerkmal

3. Nettofuellmenge

Die Nettofuellmenge muss in Gramm (g) oder Kilogramm (kg) angegeben werden. Die gaengigen Groessen:

  • 250 g -- kleinste übliche Verkaufseinheit
  • 500 g -- Standard-Honigglas
  • 1.000 g (1 kg) -- Grosspackung

Die Fuellmenge muss der tatsaechlichen Menge entsprechen. Es gelten die Toleranzen der Fertigpackungsverordnung (FPackV). Für 500 g betraegt die zulaessige Minus-Abweichung 15 g (3 %). Das heisst: Ein Glas mit 500 g Nennfuellmenge darf nicht weniger als 485 g enthalten.

Praxis-Tipp: Immer leicht ueberfuellen

Fuelle deine Glaeser immer etwas über der Nennfuellmenge ab. Ein 500-g-Glas mit 510-515 g gibt dir Sicherheit bei Kontrollen. Eine Kuechenwaage mit 1-g-Genauigkeit ist Pflicht bei der Abfuellung.

4. Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

Das MHD muss im Format "mindestens haltbar bis ... (Monat/Jahr)" oder "mindestens haltbar bis Ende ... (Jahr)" angegeben werden. Bei Honig ist das MHD eher konservativ:

  • Ueblich: 2 Jahre ab Abfuellung (branchenstandard)
  • Erlaubt: auch laenger, solange sachlich begruendbar
  • Honig ist bei richtiger Lagerung quasi unbegrenzt haltbar, aber das MHD ist gesetzliche Pflicht
  • DIB empfiehlt 2 Jahre ab Abfuellung

Format-Beispiele:

  • "Mindestens haltbar bis: 12/2028"
  • "Mindestens haltbar bis Ende 2028"

5. Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers

Der Name und die vollstaendige Postanschrift des verantwortlichen Lebensmittelunternehmers muessen auf dem Etikett stehen. Das bist du als Imker.

Mindestangaben:

  • Vollstaendiger Name (Vor- und Nachname oder Firmenname)
  • Strasse und Hausnummer
  • PLZ und Ort

Beispiel:

Thomas Mueller, Imkerei Mueller Waldweg 12, 80331 Muenchen

Impressumspflicht auch bei Onlineverkauf

Wenn du deinen Honig über eine Website oder Social Media anbietest, brauchst du zusaetzlich ein Impressum nach dem Telemediengesetz (TMG). Die Angaben auf dem Etikett ersetzen das Online-Impressum nicht.

6. Los-Nummer / Chargenbezeichnung

Die Los-Nummer (auch Chargenbezeichnung oder L-Nummer) dient der Rückverfolgbarkeit. Im Fall einer Beanstandung kann so exakt nachvollzogen werden, welche Abfuellung betroffen ist.

Anforderungen:

  • Format: "L" gefolgt von einer Nummer oder Kombination (z.B. "L 2026-07-01" oder "L 0726A")
  • Muss nicht auf dem Etikett stehen, wenn das MHD mit Tag und Monat angegeben ist (dann ersetzt das MHD die Los-Nummer)
  • Bei "mindestens haltbar bis Ende [Jahr]" ist die Los-Nummer zwingend erforderlich

7. Nährwertdeklaration

Seit der LMIV muessen Naehrwertangaben auf dem Etikett stehen. Für Honig gibt es allerdings eine wichtige Ausnahme:

Ausnahme von der Nährwertpflicht für Kleinstunternehmer

Nach Anhang V der LMIV sind Erzeugnisse, die aus einer einzigen Zutat bestehen, von der verpflichtenden Naehrwertdeklaration befreit, wenn sie nicht industriell verarbeitet sind. Honig besteht aus einer Zutat (eben Honig). Viele Imker koennen daher auf die Naehrwerttabelle verzichten. Allerdings: Wer die Naehrwerte freiwillig angibt, muss die vollstaendige Tabelle nach LMIV verwenden.

Wenn du die Naehrwerte dennoch angeben moechtest (oder musst), sehen die Standardwerte für Honig so aus:

NaehrstoffPro 100 g HonigPro Portion (20 g = 1 EL)
Energie1.340 kJ / 320 kcal268 kJ / 64 kcal
Fett0 g0 g
davon gesaettigte Fettsaeuren0 g0 g
Kohlenhydrate80 g16 g
davon Zucker75 g15 g
Eiweiss0,3 g0,06 g
Salz0,01 g0 g

8. Allergenkennzeichnung

Honig selbst ist kein Allergen nach LMIV Anhang II (die 14 Hauptallergene). Allerdings muss auf dem Etikett ein Warnhinweis stehen, wenn:

  • Der Honig Zusätze enthaelt, die Allergene sind (z.B. Nuesse bei Honig mit Nussstuecken)
  • Bei zusammengesetzten Produkten (Honig-Senf, Honig-Aufstrich mit Milch etc.)

Für reinen Honig ohne Zusätze ist keine Allergenkennzeichnung erforderlich. Tipp: Der freiwillige Hinweis "Nicht für Kinder unter 12 Monaten geeignet" (wegen Botulismus-Risiko) ist rechtlich nicht vorgeschrieben, wird aber von vielen Imkervereinen und Verbraucherschuetzern empfohlen.

9. Aufbewahrungshinweis

Ein Aufbewahrungshinweis ist bei Honig zwar nicht direkt in der LMIV vorgeschrieben (nur bei Lebensmitteln, die nach Oeffnung besondere Aufbewahrung brauchen), wird aber empfohlen:

"Kuehl, trocken und dunkel lagern."

Dieser Hinweis ist freiwillig, aber gute Praxis. Hitze und Licht verschlechtern die Honigqualitaet (HMF-Anstieg, Enzymabbau).

Die komplette Checkliste fuers Etikett

Pflichtangaben Honigetikett (Deutschland)

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Empfohlene freiwillige Angaben

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DIB-Glas: Sonderregeln des Imkerbundes

Honigglas mit Blumen und Wabenstueck
Das DIB-Glas mit dem gruenen Gewaerenstreifenist das bekannteste Honig-Markenzeichen in Deutschland.

Das DIB-Glas (Deutscher Imkerbund e.V.) ist das bekannteste Honigglas in Deutschland. Der gruene Gewaehrenstreifen mit dem Imker-Logo ist ein Markenzeichen und kein gesetzlicher Standard. Wer das DIB-Glas nutzen will, muss Mitglied im DIB sein und sich an die DIB-Warenzeichensatzung halten.

Unterschiede DIB-Glas vs. Neutralglas

KriteriumDIB-GlasNeutralglas
Wer darf es nutzen?Nur DIB-MitgliederJeder
QualitaetsstandardsStrenger als HonigverordnungNur HonigV-Standard
Wassergehalt max.18 % (statt 20 % HonigV)20 % (HonigV-Grenze)
HMF-Wert max.15 mg/kg (statt 40 mg/kg HonigV)40 mg/kg (HonigV-Grenze)
Diastasezahl min.8 (entspricht HonigV-Grundwert)8 (HonigV-Standard, Ausnahme: 3 bei enzymarmem Honig wie Akazie)
EtikettengestaltungVorgeschrieben (DIB-Etikett)Frei gestaltbar
GlasformDIB-Einheitsglas (500g, 250g)Frei waehlbar
GewaehrenstreifenPflicht (nummeriert, pro Glas)Entfaellt
Kosten (pro Glas)Glas + Etikett + GewaehrenstreifenNur Glas + eigenes Etikett
WiedererkennungSehr hoch (Markenbekanntheit)Abhaengig vom eigenen Branding
DIB-Qualitaetsstandards sind strenger

Die DIB-Warenzeichensatzung setzt hoehere Qualitaetsstandards als die Honigverordnung. Besonders der maximale Wassergehalt von 18 % (statt 20 %) und der HMF-Hoechstwert von 15 mg/kg (statt 40 mg/kg) sind deutlich strenger. Das DIB-Glas signalisiert dem Verbraucher daher eine ueberdurchschnittliche Qualität.

DIB-Etikett: Was drauf muss

Das DIB-Etikett ist vorgefertigt und enthaelt bereits die meisten Pflichtangaben. Der Imker muss nur noch ergaenzen:

Vom Imker auszufuellen (DIB-Etikett)

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Bio-Honig: EU-Bio-Logo und Kontrollstelle

Wer seinen Honig als Bio-Honig oder ökologisch erzeugten Honig vermarkten will, muss zertifiziert sein und das Etikett entsprechend gestalten. Die Grundlage ist die EU-Öko-Verordnung 2018/848 (mehr dazu in Lektion 5).

Pflichtangaben auf dem Bio-Etikett

Zusaetzlich zu den normalen Pflichtangaben muessen auf dem Bio-Etikett stehen:

  • Das EU-Bio-Logo (gruenes Blatt mit Sternen) -- Pflicht bei vorverpackten Bio-Lebensmitteln
  • Die Codenummer der Kontrollstelle (z.B. "DE-OEK-006" für Abcert)
  • Die Herkunftsangabe: "EU-Landwirtschaft", "Nicht-EU-Landwirtschaft" oder "Deutsche Landwirtschaft"
  • Optional: Verbandslogo (Demeter, Bioland, Naturland) bei Verbandsmitgliedschaft
Ohne Zertifizierung keine Bio-Kennzeichnung!

Die Begriffe "bio", "ökologisch" und "öko" sind gesetzlich geschuetzt (EU 2018/848). Wer seinen Honig als Bio-Honig vermarktet, ohne zertifiziert zu sein, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bussgeldern und Abmahnungen rechnen. Auch Begriffe wie "naturbelassen" oder "aus naturnaher Imkerei" koennen als irrefuehrend gelten, wenn sie den Eindruck erwecken, es handle sich um zertifizierte Bio-Ware.

Preisangabenverordnung (PAngV)

Imker verkauft Honig auf einem Marktstand
Am Marktstand gelten besondere Preisauszeichnungsregeln -- der Grundpreis pro Kilogramm muss gut sichtbar sein.

Wenn du Honig gewerblich verkaufst (also nicht nur gelegentlich verschenkst), musst du die Preisangabenverordnung (PAngV) beachten:

Grundpreis-Pflicht

Bei Honig muss neben dem Verkaufspreis immer der Grundpreis pro Kilogramm angegeben werden.

Beispiel am Marktstand:

Sommertracht-Honig 500 g -- 8,50 EUR (17,00 EUR/kg)

Ausnahmen:

  • Auf dem Wochenmarkt bei Direktverkauf durch den Erzeuger gelten vereinfachte Regeln
  • Bei Fuellmengen von genau 1 kg entfaellt die Grundpreisangabe (Verkaufspreis = Grundpreis)

Preisauszeichnung bei verschiedenen Verkaufsformen

VerkaufsformPreisauszeichnungGrundpreis
Wochenmarkt (Direktverkauf)Am Stand sichtbar auszeichnenPro kg erforderlich
Ab-Hof-VerkaufPreis muss ersichtlich seinPro kg erforderlich
Online-ShopIm Angebot und vor KaufabschlussPro kg erforderlich
Einzelhandel (Laden)Am Produkt oder RegalPro kg erforderlich
Verschenken (privat)Keine Preisangabe noetigEntfaellt

Häufige Kennzeichnungsfehler

Aus der Praxis der Lebensmittelkontrolle und der Erfahrung von Imkervereinen zeigen sich immer wieder die gleichen Fehler:

Fehler 1: "Honig vom Imker Mueller" als Verkehrsbezeichnung

Das ist keine zulaessige Verkehrsbezeichnung. "Honig" allein waere korrekt. "Vom Imker Mueller" kann ergaenzend stehen, ersetzt aber nicht die Verkehrsbezeichnung nach HonigV.

Fehler 2: Fehlende oder falsche Ursprungslandangabe

"Aus der Region" oder "Regionaler Honig" reichen nicht als Ursprungslandangabe. Es muss heissen: "Deutscher Honig" oder "Herkunft: Deutschland".

Fehler 3: MHD im falschen Format

"Haltbar bis 2028" ist nicht korrekt. Es muss heissen: "Mindestens haltbar bis Ende 2028" oder "Mindestens haltbar bis 12/2028".

Fehler 4: Fehlende Anschrift

Nur der Name ohne Adresse genuegt nicht. Die vollstaendige Postanschrift (Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort) muss angegeben werden.

Fehler 5: Unzulaessige Gesundheitsaussagen

Aussagen wie "Honig heilt Erkaltungen", "Natuerliches Antibiotikum" oder "Staerkt das Immunsystem" sind gesundheitsbezogene Angaben nach der Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Für Honig gibt es keine zugelassenen Health Claims. Solche Aussagen auf dem Etikett oder in der Werbung sind verboten.

Fehler 6: Falsche Sortenbezeichnung

"Lindenblüten-Honig", der hauptsaechlich aus Rapsnektar besteht, ist eine Irrefuehrung nach Paragraph 11 LFGB. Wenn du dir bei der Sorte nicht sicher bist: "Bluetenhonig" oder "Sommertracht" verwenden.

Die Etikettierung ist die Visitenkarte des Imkers. Ein korrektes, ansprechendes Etikett signalisiert Professionalitaet und schafft Vertrauen. Wer hier schludert, riskiert nicht nur Bussgelder, sondern auch seinen guten Ruf bei den Kunden.

Schritt-für-Schritt: Etikett gestalten

  1. Verkehrsbezeichnung festlegen

    Waehle die korrekte Bezeichnung: "Honig", "Bluetenhonig", "Waldhonig" oder eine Sortenbezeichnung. Bei Unsicherheit: Sortenanalyse durchfuehren lassen oder allgemeine Bezeichnung waehlen.

  2. Pflichtangaben zusammenstellen

    Stelle alle 6 Pflichtangaben zusammen: Verkehrsbezeichnung, Ursprungsland, Fuellmenge, MHD, Anschrift, Los-Nr. Pruefe jeden einzelnen Punkt gegen die Checkliste.

  3. Schriftgroesse pruefen

    Die LMIV schreibt eine Mindest-x-Hoehe von 1,2 mm vor (bei Packungen unter 80 cm² Oberflaeche: 0,9 mm). Die x-Hoehe ist die Hoehe des Kleinbuchstabens "x" in der verwendeten Schrift. Miss nach!

  4. Etikett drucken oder bestellen

    Drucke das Etikett oder bestelle es bei einem Anbieter. Achte auf wasser- und honigfestes Material -- klebrige Haende beim Abfuellen sind unvermeidlich.

  5. Kontrolle vor der Abfuellung

    Pruefe das fertige Etikett nochmals gegen die Checkliste. Am besten: Eine zweite Person gegenlesen lassen. Tippfehler in der Adresse oder im MHD sind aergerlich und teuer.

QR-Code als Mehrwert

Honigglas im Gegenlicht mit sichtbarem Etikett
Ein QR-Code auf dem Etikett verbindet die physische Welt mit digitalen Zusatzinformationen -- ein echter Mehrwert für den Kunden.

Ein QR-Code auf dem Honigetikett ist zwar keine Pflicht, aber ein hervorragender Mehrwert. Er kann auf eine Seite verweisen, die dem Kunden zeigt:

  • Wo genau der Honig herkommt (Standortkarte)
  • Welche Trachten in der Region bluehen
  • Informationen über den Imker und die Völker
  • Analyseergebnisse (Wassergehalt, Pollenanalyse)
  • Das Erntedatum und die Charge
Hivekraft QR-Code Feature

Mit Hivekraft kannst du für jede Honigcharge einen individuellen QR-Code generieren, der auf eine oeffentliche Honig-Informationsseite verweist. Der Kunde scannt den Code und sieht Standort, Erntedatum und mehr. Das schafft Transparenz und Vertrauen -- und hebt deinen Honig von der Massenware ab.

Sonderfaelle

Zusammenfassung

Die korrekte Kennzeichnung von Honig ist kein Hexenwerk, erfordert aber Sorgfalt. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. 6 Pflichtangaben muessen auf jedem Honigetikett stehen: Verkehrsbezeichnung, Ursprungsland, Fuellmenge, MHD, Anschrift und Los-Nr.
  2. Die Honigverordnung definiert, was als Honig verkauft werden darf und welche Bezeichnungen zulaessig sind
  3. Die LMIV regelt die allgemeinen Kennzeichnungspflichten für alle Lebensmittel
  4. Das DIB-Glas hat strengere Qualitaetsstandards als die HonigV
  5. Bio-Kennzeichnung nur mit Zertifizierung -- "bio" und "ökologisch" sind geschuetzt
  6. Gesundheitsaussagen auf dem Etikett sind verboten (Health-Claims-Verordnung)
  7. Ein QR-Code ist keine Pflicht, aber ein hervorragender Mehrwert für den Kunden
  8. Sortenhonig muss die Sorte auch tatsaechlich enthalten -- im Zweifel "Bluetenhonig"

In der naechsten Lektion kuemmern wir uns um die Anmeldung deiner Imkerei beim Veterinaeramt und Finanzamt.

Was ist die korrekte Ursprungsangabe für Honig, der in Deutschland geerntet wurde?
Welcher maximale Wassergehalt gilt für Honig im DIB-Glas?
Darf ein nicht-zertifizierter Imker seinen Honig als 'Bio-Honig' oder 'ökologisch' vermarkten?
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