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Baeume für Bienen: Langfristig pflanzen

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Die wichtigsten Bienenbaeume: Weide, Linde, Ahorn, Robinie, Kastanie und Obstbaeume. Pflanzanleitung, Standortansprueche und Honigertrag pro Baum.

Baeume für Bienen: Langfristig pflanzen

Majestaaetische Lindenallee mit zusammengewachsenen Baumkronen bildet ein gruenes Blatterdach
Linden sind die wichtigsten Trachtbaeume in Mitteleuropa -- eine einzelne alte Linde kann bis zu 60 kg Nektar pro Bluetezeit liefern.

Waehrend eine Blühwiese innerhalb einer Saison Wirkung zeigt und nach wenigen Jahren erneuert werden muss, ist das Pflanzen von Bienenbaeumen eine Investition in die Zukunft. Ein heute gepflanzter Lindenbaum wird in 10-15 Jahren zur Trachtquelle -- und liefert dann 80-100 Jahre lang zuverlaessig Nektar und Pollen. Kein anderer Eingriff in die Trachtlandschaft hat ein besseres Kosten-Nutzen-Verhaeltnis auf lange Sicht.

In dieser Lektion lernst du die wichtigsten Bienenbaeume kennen, ihre Standortansprueche, Pflanzanleitung und den erwartbaren Trachtnutzen.

80-100 Jahre
kann ein Lindenbaum Bienentracht liefern -- die langfristigste Investition in die Bienenweide

Die Top-10 Bienenbaeume im Vergleich

Weide (Salix sp.) -- Der Fruehstarter

Weidenkaetzchen im Vorfrühling
Weidenkaetzchen sind das erste Signal des Fruehlings -- und für Bienenvoelker die erste grosse Kraftquelle nach dem Winter.

Warum Weiden pflanzen?

Weiden sind die schnellstwachsenden heimischen Gehoelze und liefern bereits nach 3-5 Jahren eine nennenswerte Tracht. Sie sind die erste grosse Nektar- und Pollenquelle des Jahres und damit für die Fruehjahrsentwicklung der Völker unverzichtbar.

Empfohlene Weidenarten für Imker

Weiden-Pflanzung leicht gemacht

Weiden gehoeren zu den am einfachsten zu vermehrenden Gehoelzen ueberhaupt. Ein Steckling (20-30 cm langer, fingerdicke Trieb) im Fruehling oder Herbst in feuchten Boden gesteckt, waechst fast sicher an. Keine Wurzelbildung noetig, kein teures Pflanzgut -- einfach einen Zweig abschneiden, in den Boden stecken, feucht halten, fertig.

Achtung: Weiden sind zweihaeusig!

Weiden sind zweihaeusig (dioezisch): Es gibt maennliche und weibliche Pflanzen. Nur maennliche Pflanzen liefern den wichtigen Pollen. Weibliche Pflanzen bieten zwar auch Nektar, aber deutlich weniger. Beim Kauf oder Vermehren darauf achten, dass du maennliche Exemplare waehlst (erkennbar an den Staubgefaessen in den Bluetenkaetzchen).

Linde (Tilia sp.) -- Die Koenigin der Trachtbaeume

Wenn es einen einzigen Baum gaebe, den jeder Imker pflanzen sollte, waere es die Linde. Kein anderer heimischer Baum liefert pro Standflaeche so viel Nektar über so viele Jahrzehnte.

Winterlinde vs. Sommerlinde

Die Linde ist der perfekte Bienenbaum. In der kurzen Bluetenzeit eines grossen Baumes kann ein einziges Volk 15-30 kg Honig eintragen. Wer heute eine Linde pflanzt, schafft ein Trachtdenkmal für Generationen.

Pflanzanleitung Linde

Einen Lindenbaum richtig pflanzen
1-2 Stunden

Zeitpunkt: Oktober-Maerz (laubfreie Zeit), ideal Oktober-November (Wurzeln wachsen noch vor dem Winter an).

1. Standort waehlen

  • Mindestabstand zu Gebaeuden: 10-15 m (Linden werden gross!)
  • Volle Sonne bis lichterer Schatten
  • Nicht direkt über Leitungen oder neben Parkplaetzen (Honigtau tropft auf Autos!)

2. Pflanzloch ausheben

  • Doppelt so breit und 1,5x so tief wie der Wurzelballen
  • Sohle lockern (Verdichtungen aufbrechen)
  • Aushub mit Kompost mischen (1:3)

3. Baum einsetzen

  • Oberkante Wurzelballen buendig mit Bodenniveau
  • Aushub einfuellen, lagenweise festtreten (keine Hohlraeume!)
  • Giessrand formen (Erdwall 10 cm hoch, 50 cm Radius)

4. Stuetzen und waessern

  • 3 Baumpfaehle im Dreieck setzen, Baum mit Bindern fixieren
  • Sofort gruendlich waessern (50-80 Liter)
  • In den ersten 2-3 Sommern regelmäßig waessern (20-30 L pro Woche bei Trockenheit)
10-15 Jahre
dauert es, bis ein gepflanzter Lindenbaum erstmals nennenswert blueht -- ab dann für Jahrzehnte

Ahorn (Acer sp.) -- Der vielseitige Begleiter

Empfohlene Ahornarten

Feldahorn: Der unterschaetzte Alleskoenner

Der Feldahorn (Acer campestre) ist der perfekte Bienenbaum für kleine Grundstuecke: Er bleibt mit 8-15 m deutlich kleiner als Spitz- oder Bergahorn, laesst sich als Hecke oder Solitaer schneiden, ist extrem robust (trockenheitstolerant, stadtklima-fest, windresistent) und liefert zuverlaessig Nektar und Pollen. Als Heckenpflanze kann er sogar auf schmalen Grundstuecksraendern stehen.

Robinie (Robinia pseudoacacia) -- Der Honigbaum

Die Robinie liefert den wertvollen "Akazienhonig" und ist einer der ertragreichsten Trachtbaeume ueberhaupt. Allerdings ist sie nicht unumstritten.

Pro und Contra Robinie

Robinie und Naturschutz

Die Robinie steht auf der Liste invasiver Arten in vielen deutschen Bundeslaendern. In der Naehe von Magerrasen, Trockenrasen und Heideflaechen sollte sie NICHT gepflanzt werden, da sie durch Stickstofffixierung den naehrstoffarmen Boden veraendert und heimische Pflanzen verdraengt. Auf bereits naehrstoffreichen Standorten (Gaerten, Siedlungsraender, Industriebrachen) ist die Pflanzung hingegen unproblematisch.

Kastanien -- Zwei Baeume, zwei Welten

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum): Mai, Nektarwert 2-3, Pollenwert 3, 20-30 m, Stadtbaum. Die Nektarmale wechseln die Farbe (Gelb=frisch, Rot=leer) als Signal für Bienen.

Edelkastanie (Castanea sativa): Juni-Juli, Nektarwert 3, Pollenwert 3, 15-25 m, Weinbauklima. Essbare Frueche, kraeftiger Sortenhonig.

Edelkastanie: Zukunftsbaum für den Klimawandel

Die Edelkastanie profitiert vom Klimawandel: Als waermeliebender Baum dehnt sie ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland nach Norden aus. Wo frueher nur Weinbauklima ausreichte, waechst sie heute auch in milden Lagen Hessens, Thueringens und sogar Brandenburgs. Für Imker in diesen Regionen ist die Edelkastanie eine zukunftssichere Investition.

Obstbaeume -- Vielfalt auf kleinem Raum

Bienenstand unter bluehenden Kirschbaeumen
Obstbaeume verbinden Nahrungsproduktion für Mensch und Biene. Eine Streuobstwiese ist eines der artenreichsten Biotope Mitteleuropas.

Empfohlene Obstbaeume für Imker

Streuobstwiese: Das Biotop der Imker

Eine Streuobstwiese mit Hochstaemmen verschiedener Obstarten ist eines der wertvollsten Biotope für Bienen und andere Insekten. Die Kombination aus Obstbluete (April-Mai), Wiesenblumen im Unterwuchs (Mai-September) und Totholz in alten Baeumen (Nistplaetze für Wildbienen) schafft einen idealen Lebensraum. Alte Sorten wie Boskoop, Gravensteiner oder Gewuerzluiken sind oft nektarreicher als moderne Sorten.

Exoten und Zukunftsbaeume

Bienenbaum / Samthaarige Stinkesche (Tetradium daniellii)

Der Bienenbaum ist die Entdeckung der letzten Jahrzehnte für die Imkerei:

  • Herkunft: Ostasien (China, Korea)
  • Bluetezeitraum: Juli-August -- genau in der Trachtluecke!
  • Nektarwert: 4 (ausgezeichnet)
  • Pollenwert: 3 (gut)
  • Hoehe: 8-12 m
  • Wachstum: Schnell (30-60 cm/Jahr), bluet ab dem 3.-5. Standjahr
  • Winterhaerte: Bis ca. -20 Grad C (in Deutschland voll winterhart)
  • Standort: Volle Sonne, durchlaessiger Boden, stadtklimafest
3-5 Jahre
bis zur ersten Bluete -- der Bienenbaum (Tetradium) ist einer der schnellsten Trachtbaeume

Goetterbaum (Ailanthus altissima) -- Der Umstrittene

  • Herkunft: China
  • Bluetezeitraum: Juni-Juli
  • Nektarwert: 3-4, Pollenwert: 2
  • Status: Invasiver Neophyt! Steht auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten
  • Empfehlung: NICHT aktiv pflanzen! Wo er bereits steht, liefert er aber wertvolle Tracht (besonders in Staedten)
Invasive Baumarten nicht pflanzen!

So verlockend der Trachtnutzen mancher Exoten auch ist: Invasive Arten duerfen nicht aktiv in die Landschaft gebracht werden. Der Goetterbaum (Ailanthus altissima) steht auf der EU-Liste und darf in der Naehe von Naturschutzgebieten nicht gepflanzt werden. Aehnliches gilt für die Spaete Traubenkirsche (Prunus serotina). Verwende stattdessen den Bienenbaum (Tetradium daniellii), der bisher NICHT als invasiv gilt.

Schnurbaum / Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum)

  • Herkunft: Ostasien
  • Bluetezeitraum: August-September (sehr spaet!)
  • Nektarwert: 3-4, Pollenwert: 2
  • Hoehe: 15-25 m
  • Besonderheit: Einer der spaetestbluehenden Baeume ueberhaupt, ideal für die Spaetsommerversorgung. Stadtklimafest, trockenheitstolerant. Nicht invasiv.

Praktische Empfehlungen: Was wo pflanzen?

Zusammenfassung

Kernwissen Bienenbaeume

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Wissenscheck


In der naechsten Lektion entdeckst du die ueberraschenden Trachtquellen der Stadt -- und warum Stadtimkerei oft besseren Honig liefert als die Landimkerei.

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