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Ernte & Etiketten: QR-Codes für Transparenz

13 min9 min Lesezeit
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Honigernten in Hivekraft dokumentieren, Chargen verwalten und QR-Code-Etiketten erstellen -- für volle Transparenz vom Bienenstock ins Glas.

Ernte & Etiketten: QR-Codes für Transparenz

Goldener Honig wird in ein Glas gegossen
Vom Volk bis ins Glas: Hivekraft dokumentiert die gesamte Kette

Der Moment, in dem du zum ersten Mal eigenen Honig schleudest, ist für jeden Imker etwas Besonderes. Aber nach der Ernte kommt die Frage: Wie halte ich fest, welcher Honig von welchem Standort und welchem Volk stammt? Wie erstelle ich korrekte Etiketten? Und wie kann ich meinen Kunden zeigen, wo ihr Honig herkommt? Hivekraft begleitet dich vom Schleuderraum bis zum fertigen Etikett.

Vom Volk ins Glas
dokumentiert Hivekraft die gesamte Kette: Ernte, Abfüllung, Charge, Etikett

Ernte dokumentieren

Jede Honigernte beginnt mit der Frage: Wie viel hast du geerntet, wann und von wo? Diese Daten sind die Grundlage für alles Weitere -- von der Chargenverwaltung bis zum Etikett.

Was wird erfasst?

  • Datum: Wann wurde geschleudert?
  • Standort und Völker: Von welchem Standort und welchen Völkern stammt der Honig?
  • Menge: Wie viel Honig in Kilogramm
  • Sorte: Welche Tracht dominiert (Blüte, Wald, Linde, Raps, Sommerblüte, etc.)
  • Wassergehalt: Refraktometermessung in Prozent -- wichtig für die Qualität und die Honigverordnung
  • Qualitätsnotizen: Farbe, Konsistenz, Geschmack, Besonderheiten
  1. Neue Ernte anlegen

    Navigiere zum Bereich Ernten in der Sidebar und klicke auf Neue Ernte. Wähle den Standort und die Völker, von denen du geerntet hast. Du kannst mehrere Völker auswählen, wenn du sie zusammen geschleudert hast.

  2. Erntemenge und Sorte eintragen

    Trage die gewogene Honigmenge ein. Wähle die Honigsorte. Bei gemischten Trachten wählst du die dominante Sorte oder "Sommerblüte" / "Blütenhonig" als allgemeine Bezeichnung.

  3. Wassergehalt erfassen

    Miss den Wassergehalt mit dem Refraktometer und trage den Wert ein. Der Wert muss unter 20 % liegen (Honigverordnung), für den Deutschen Imkerbund unter 18 %. Hivekraft warnt dich, wenn der Wert zu hoch ist.

  4. Speichern

    Speichere die Ernte. Sie erscheint in deiner Ernteliste und ist bereit für die Abfüllung und Etikettierung.

Ernte wiegen, nicht schätzen

Eine Küchenwaage reicht für kleine Mengen. Bei größeren Ernten nutze eine Plattformwaage oder wiege die Eimer. Genaue Mengenangaben sind die Grundlage für korrekte Etiketten und eine saubere Chargenverwaltung.

Abfüllung und Chargenverwaltung

Nach dem Schleudern wird der Honig gerührt, cremig angesetzt oder direkt abgefüllt. Hivekraft verwaltet die Abfüllung über ein Chargensystem: Jede Abfüllung bekommt eine eindeutige Chargen-Nummer.

Warum Chargen?

Die Los-Nummer (Charge) ist auf Honig-Etiketten gesetzlich vorgeschrieben. Sie dient der Rückverfolgbarkeit: Wenn ein Kunde eine Beanstandung hat, kannst du über die Chargen-Nummer genau nachvollziehen, wann der Honig geerntet, geschleudert und abgefüllt wurde und von welchen Völkern er stammt.

Abfüllung erfassen

  1. Charge erstellen

    Aus einer Ernte kannst du eine oder mehrere Chargen erstellen. Eine Charge entsteht, wenn du Honig abfüllst. Hivekraft generiert eine eindeutige Chargen-Nummer automatisch. Du kannst auch ein eigenes System verwenden.

  2. Glasgröße und Stückzahl

    Gib an, in welche Gläser du abfüllst (z.B. 500g, 250g, 50g) und wie viele Gläser es geworden sind. Hivekraft berechnet daraus die abgefüllte Gesamtmenge und prüft, ob sie zur Erntemenge passt.

  3. Abfülldatum

    Das Abfülldatum wird automatisch auf heute gesetzt. Wenn du nicht am selben Tag abfüllst, kannst du es anpassen. Das Abfülldatum erscheint später auf dem Etikett.

eindeutig
ist jede Chargen-Nummer -- so lässt sich jedes Glas bis zum Volk zurückverfolgen

Etikettendesign: Konform mit einem Klick

Die Kennzeichnung von Honig ist in Deutschland durch die Honigverordnung (HonigV) und die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) geregelt. Hivekraft erstellt Etiketten, die diese Anforderungen erfüllen.

Pflichtangaben auf dem Honig-Etikett

Folgende Informationen müssen auf jedem Honig-Etikett stehen:

  • Verkehrsbezeichnung: "Honig" oder die spezifische Sorte (z.B. "Blütenhonig", "Waldhonig")
  • Nettofüllmenge: In Gramm (z.B. 500 g)
  • Name und Anschrift des Imkers (Inverkehrbringers)
  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): Üblicherweise 2 Jahre nach Abfüllung
  • Los-Nummer: Die Chargen-Nummer zur Rückverfolgbarkeit
  • Herkunftsland: z.B. "Deutscher Honig" oder "Honig aus Deutschland"
  • Nährwertdeklaration: Für Imker mit Direktvermarktung unter bestimmten Grenzen befreit, aber empfohlen
DIB-Glas vs. Neutralglas

Wenn du das Glas des Deutschen Imkerbundes (DIB-Glas) verwendest, gelten zusätzlich die DIB-Richtlinien (max. 18 % Wassergehalt, Invertase-Aktivität, etc.). Hivekraft unterstützt beide Varianten: DIB-konforme Etiketten und freie Etiketten für Neutralgläser.

Etiketten in Hivekraft gestalten

Hivekraft bietet einen Etikettendesigner, der die Pflichtangaben automatisch aus deinen Ernte- und Chargendaten übernimmt:

  • Sorte und Menge werden aus der Ernte übernommen
  • Los-Nummer kommt aus der Chargenverwaltung
  • Dein Name und Adresse aus deinem Profil
  • MHD wird automatisch berechnet (2 Jahre ab Abfüllung, anpassbar)

Du musst nur noch das Design wählen und bei Bedarf ein eigenes Logo hochladen. Dann kannst du die Etiketten als PDF herunterladen und auf passende Etiketten-Bögen drucken.

QR-Code auf dem Etikett

Das Besondere an Hivekraft-Etiketten: Jedes Etikett kann einen QR-Code enthalten. Und dieser QR-Code macht dein Glas Honig zu einem transparenten Produkt.

Was zeigt der QR-Code?

Wenn ein Kunde den QR-Code mit seinem Smartphone scannt, öffnet sich eine Webseite mit Informationen zu genau diesem Glas Honig:

  • Herkunft: Von welchem Standort stammt der Honig? Die Karte zeigt den ungefähren Standort des Bienenstands
  • Erntedatum: Wann wurde der Honig geschleudert?
  • Sorte: Welche Trachtpflanzen dominieren in der Region
  • Imker-Info: Wer hat diesen Honig produziert? Ein kurzer Steckbrief
  • Qualitätsdaten: Wassergehalt und andere Qualitätsmerkmale
IoT-Sensor an einer Bienenbeute
Daten vom Bienenstand bis auf das Etikett -- Transparenz, die Vertrauen schafft
Die öffentliche Honigseite

Die QR-Code-Seite ist öffentlich zugänglich, aber enthält nur die Informationen, die du freigibst. Dein genauer Standort wird nicht offengelegt -- nur der ungefähre Bereich. Du entscheidest, wie viel Transparenz du bietest.

Warum QR-Codes?

In einer Zeit, in der Verbraucher zunehmend wissen wollen, woher ihre Lebensmittel kommen, ist Transparenz ein echtes Alleinstellungsmerkmal:

  • Vertrauen: Dein Kunde sieht, dass hinter dem Glas ein echter Imker steht
  • Gesprächsstarter: Der QR-Code macht neugierig und öffnet ein Gespräch über Bienen und Imkerei
  • Wiedererkennung: Kunden, die deine Honigseite besucht haben, erinnern sich an dich
  • Professionalität: Ein QR-Code signalisiert einen modernen, transparenten Betrieb
1 Scan
reicht, damit dein Kunde die Geschichte hinter seinem Honig kennt

Kunden-Transparenz als Vorteil

Transparenz ist nicht nur ein nettes Extra -- sie ist ein handfester Wettbewerbsvorteil auf dem lokalen Honigmarkt.

Regionaler Honig hat es schwerer als gedacht

Der deutsche Honigmarkt ist hart umkämpft. Rund 80 % des in Deutschland konsumierten Honigs werden importiert. Regionaler Honig muss sich gegen günstige Importware behaupten. Das stärkste Argument: Vertrauen und Nähe.

Ein Kunde, der den QR-Code auf deinem Glas scannt und sieht, dass der Honig von einem Bienenstand 5 km entfernt stammt, geschleudert vor drei Wochen, von einem Imker, der seine Völker sorgfältig betreut -- dieser Kunde ist bereit, einen fairen Preis zu zahlen. Und er kommt wieder.

Transparenz in der Praxis

So nutzt du die Transparenz-Features von Hivekraft im Alltag:

  • Am Marktstand: "Scannen Sie den QR-Code und sehen Sie, wo Ihr Honig herkommt." Das weckt Interesse und Vertrauen
  • Im Hofladen: Die QR-Code-Seite funktioniert als digitales Schaufenster, wenn du nicht persönlich anwesend bist
  • Bei Geschenken: Honig mit QR-Code ist ein durchdachtes Geschenk -- der Beschenkte kann die Geschichte dahinter entdecken
  • Im Verein: Zeige anderen Imkern, wie moderne Vermarktung funktioniert

Tipps für professionelle Etiketten

Weniger ist mehr

Ein gutes Etikett ist übersichtlich. Die Pflichtangaben müssen drauf, aber überfrachte das Design nicht. Ein klares Layout mit lesbarer Schrift wirkt professioneller als ein überladenes Etikett.

Einheitliches Design

Verwende für alle Sorten dasselbe Grunddesign und variiere nur die Sortenbezeichnung und gegebenenfalls die Farbe. Wiedererkennung entsteht durch Konsistenz.

Druck-Qualität

Investiere in gute Etiketten-Bögen (wetter- und feuchtigkeitsbeständig, falls der Honig im Kühlschrank steht) und drucke mit einem ordentlichen Drucker. Ein verschmiertes Etikett macht keinen guten Eindruck, egal wie gut der Honig ist.

Allergenkennzeichnung beachten

Honig selbst ist kein Allergen im Sinne der LMIV. Aber wenn du Honig mit Zusätzen verkaufst (z.B. Honig mit Nüssen, Honig mit Zimt), musst du die Allergene kennzeichnen. Bei reinem Honig ist keine Allergenkennzeichnung nötig.

Wissenscheck

Welche Angabe auf dem Honig-Etikett dient der Rückverfolgbarkeit?

Was sieht ein Kunde, wenn er den QR-Code auf einem Hivekraft-Etikett scannt?

Wie hoch darf der Wassergehalt von Honig maximal sein, wenn er nach der deutschen Honigverordnung verkauft wird?

Weiterlernen: Die Sommertracht kennen

Welche Pflanzen liefern den Nektar fuer deinen Sommerbluetenhonig? Im Kurs Trachtpflanzen fuer Imker (Lektion 3: Sommertracht) lernst du alles ueber Linde, Robinie, Phacelia und Waldtracht -- und warum die Sortenwahl auf dem Etikett vom Trachtangebot abhaengt.


Damit hast du die fünf wichtigsten Hivekraft-Workflows kennengelernt: Von der Einrichtung über die Stockkarte und Durchsichten bis zum Varroa-Management und der Ernte mit QR-Code-Etiketten. In den nächsten Lektionen tauchen wir in fortgeschrittene Features ein: KI-Tagesbriefing, Spracheingabe am Bienenstand und IoT-Sensoren.

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