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IoT-Sensoren: Stockwaage und Monitoring einrichten

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Stockwaagen und Temperatursensoren ueberwachen deine Voelker rund um die Uhr. Lerne, Gewichtskurven und Temperaturmuster richtig zu deuten.

IoT-Sensoren: Stockwaage und Monitoring einrichten

IoT-Sensor an einem Bienenstock montiert
Ein Sensor am Bienenstock liefert rund um die Uhr Daten -- auch wenn du nicht vor Ort bist

Stell dir vor, du koenntest jeden Morgen sehen, wie schwer jedes deiner Voelker ist, ob die Bruttemperatur stimmt und ob nachts etwas Ungewoehnliches passiert ist -- ohne den Bienenstand zu besuchen. Genau das machen IoT-Sensoren moeglich. Eine Stockwaage unter dem Boden deiner Beute misst kontinuierlich das Gewicht, ein Temperatursensor ueberwacht das Klima im Stock.

In dieser Lektion erklaeren wir, was IoT-Sensoren koennen, wie du die Daten interpretierst und wie du sie in Hivekraft einrichtest.

Was koennen IoT-Sensoren messen?

24/7
ueberwachen Sensoren deine Voelker -- auch nachts, am Wochenende und im Urlaub

Moderne Bienenstock-Sensoren erfassen typischerweise drei Werte:

Gewicht

Das Gewicht ist der aussagekraeftigste Messwert. Eine Stockwaage unter der Beute wiegt das gesamte Volk inklusive Beute, Waben, Futter, Brut und Bienen -- und zwar kontinuierlich, oft alle 15 Minuten.

Temperatur

Temperatursensoren messen die Temperatur im Stock und/oder die Aussentemperatur. Die Innentemperatur verraet viel ueber den Zustand des Volkes: Ein gesundes Brutvolk haelt im Brutnest konstant 34-36 Grad Celsius.

Luftfeuchtigkeit

Einige Sensoren erfassen zusaetzlich die Luftfeuchtigkeit. Hohe Feuchtigkeit kann auf Probleme hinweisen, etwa auf ungenuegende Ventilation oder eine zu schwache Bienentraube im Winter.

Gewichtsdaten richtig interpretieren

Die Gewichtskurve ist das Herzstueck des Stockwaagen-Monitorings. Sie erzaehlt die Geschichte deines Volkes -- wenn du sie lesen kannst.

Taegliche Zunahme: Tracht

1-3 kg/Tag
kann ein starkes Volk bei Volltracht an Gewicht zulegen

Wenn dein Volk taeglich an Gewicht zunimmt, traegt es Nektar ein. Die Hoehe der Zunahme verraet die Qualitaet der Tracht:

  • 0,2-0,5 kg/Tag: Leichte Tracht, Erhaltungstracht
  • 0,5-1,5 kg/Tag: Gute Tracht
  • 1,5-3,0 kg/Tag: Starke Volltracht (z.B. Raps, Linde, Akazie)
  • Ueber 3,0 kg/Tag: Aussergewoehnliche Tracht (selten, z.B. Honigtau in guten Jahren)
Taegliche Zunahme vs. Rohdaten

Die taegliche Zunahme berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Morgengewicht (bevor die Sammelbienen ausfliegen) und dem Abendgewicht des Vortags. Hivekraft berechnet diesen Wert automatisch und zeigt ihn in der Gewichtskurve an.

Ploetzliche Abnahme: Was ist passiert?

Eine ploetzliche Gewichtsabnahme von mehreren Kilogramm an einem einzigen Tag ist immer ein Alarmsignal:

  1. Schwarm (1,5-3 kg Verlust)

    Ein Schwarm nimmt etwa 1,5-3 kg Bienen und Honig mit. Typisches Muster: Das Volk nimmt morgens ploetzlich 2 kg ab, und die Zunahme in den Folgetagen bricht ein (weil die Flugbienen fehlen). Hivekraft erkennt dieses Muster und sendet eine Warnung.

  2. Ernte durch den Imker

    Wenn du Honig geerntet hast, siehst du eine entsprechende Abnahme. Das ist normal -- trage aber die Ernte in Hivekraft ein, damit die KI den Gewichtsverlust zuordnen kann und keinen falschen Alarm ausloest.

  3. Raeuber oder Diebstahl

    Raeuber (fremde Bienen, die Honig stehlen) verursachen eine schleichende Abnahme ueber Tage. Diebstahl der gesamten Beute wuerde als ploetzlicher Totalverlust sichtbar -- ein Szenario, bei dem sofortige Alarmierung wichtig ist.

Langsame Abnahme im Winter: Futterverbrauch

Stockwaage mit Sensor unter einer Bienenbeute montiert
Die Stockwaage misst das Gewicht kontinuierlich -- im Winter verraet sie den Futterverbrauch

Im Winter nimmt das Gewicht langsam ab, weil das Volk seine Futterreserven verbraucht. Ein typischer Winterverbrauch liegt bei:

  • 100-150 g/Woche in der brutfreien Zeit (Dezember-Januar)
  • 200-400 g/Woche sobald die Bruttaetigkeit beginnt (Februar-Maerz)
  • Kritisch wird es wenn das Gesamtgewicht unter den Wert faellt, bei dem noch genuegend Futter vorhanden ist
Futternotstand erkennen

Wenn die Gewichtsabnahme im Spaet-Winter ploetzlich steigt (weil das Brutnest waechst), gleichzeitig aber nur noch wenig Futter vorhanden ist, droht Futternotstand. Die Stockwaage erkennt dieses Muster frueh genug, um mit einer Notfuetterung einzugreifen. Ohne Waage merkt man es oft erst, wenn es zu spaet ist.

Die Tagesrhythmik verstehen

Innerhalb eines Tages schwankt das Gewicht charakteristisch:

  • Morgens (6-8 Uhr): Niedrigstes Gewicht -- Sammelbienen sind noch nicht zurueck
  • Mittags-Nachmittags: Anstieg durch eingetragenen Nektar
  • Abends (18-20 Uhr): Hoechstes Gewicht -- alle Bienen sind zurueck
  • Nachts: Leichter Rueckgang durch Wasserverdunstung aus dem Nektar

Diese Tagesrhythmik verraet, ob dein Volk aktiv sammelt. Ein Volk ohne Tagesrhythmik im Sommer (Gewicht bleibt ganztaegig gleich) sammelt nicht -- ein Zeichen fuer Probleme.

Temperaturmonitoring

Bruttemperatur

Ein gesundes Brutvolk reguliert die Temperatur im Brutnest auf 34,5-35,5 Grad Celsius -- mit erstaunlicher Praezision. Abweichungen deuten auf Probleme hin:

  • Unter 33 Grad C: Zu kalt fuer die Brut -- Volk moeglicherweise zu schwach fuer die Brutflaeche
  • Ueber 37 Grad C: Ueberhitzung -- Ventilation oder Standort problematisch
  • Starke Schwankungen: Volk hat Muehe, die Temperatur zu regulieren (schwache Volkstaerke)

Wintertraube

Im Winter bilden die Bienen eine Traube (Bienenkluster), die sich auf mindestens 20 Grad Celsius im Kern erwaermt. Die Aussentemperatur der Traube liegt bei ca. 8-10 Grad Celsius. Wenn die Innentemperatur im Winter auf unter 15 Grad faellt, ist das Volk moeglicherweise zu schwach.

Alerts: Automatische Benachrichtigungen

Hivekraft ueberwacht die Sensordaten kontinuierlich und benachrichtigt dich, wenn etwas Auffaelliges passiert:

Minuten
statt Tage -- so schnell erkennt eine Stockwaage einen Schwarm

Alert-Typen

  • Schwarm-Verdacht: Ploetzliche Gewichtsabnahme von mehr als 1,5 kg innerhalb weniger Stunden
  • Futternotstand: Gesamtgewicht faellt unter einen kritischen Schwellenwert
  • Temperaturalarm: Bruttemperatur ausserhalb des Normalbereichs
  • Ausfall: Sensor sendet keine Daten mehr (Batterie leer, Verbindungsproblem)
  • Ungewoehnliches Muster: Die KI erkennt Abweichungen vom normalen Verhalten
Alerts anpassen

Du kannst die Schwellenwerte fuer Alerts in Hivekraft anpassen. Nicht jeder Imker moechte bei jeder kleinen Abweichung benachrichtigt werden -- stelle die Empfindlichkeit so ein, wie es fuer dich passt.

Sensoren in Hivekraft einrichten

Die Einrichtung eines IoT-Sensors in Hivekraft ist unkompliziert:

  1. Sensor registrieren

    Im Bereich "IoT-Geraete" klickst du auf "Neues Geraet hinzufuegen". Gib dem Sensor einen Namen (z.B. "Waage Waldstand Volk 3") und waehle den Geraetetyp (Waage, Temperatursensor, Kombi-Sensor).

  2. Einem Volk zuordnen

    Ordne den Sensor einem deiner Voelker zu. So weiss Hivekraft, welche Messdaten zu welchem Volk gehoeren, und kann die Daten im Volksprofil und im KI-Tagesbriefing beruecksichtigen.

  3. API-Key erhalten

    Hivekraft generiert einen API-Key fuer deinen Sensor. Diesen Key gibst du in der Konfiguration deines Sensors ein. Ueber diesen Key sendet der Sensor seine Messdaten an Hivekraft.

  4. Datenempfang pruefen

    Sobald der Sensor konfiguriert ist und Daten sendet, siehst du in Hivekraft die ersten Messwerte. Pruefe, ob die Werte plausibel sind (z.B. Gewicht der leeren Beute als Referenz).

  5. Alerts konfigurieren

    Stelle ein, bei welchen Ereignissen du benachrichtigt werden moechtest: Schwarmverdacht, Futternotstand, Temperaturalarm. Du kannst die Schwellenwerte individuell anpassen.

Welche Sensoren sind kompatibel?

Hivekraft unterstuetzt Sensoren ueber eine offene Push-API. Das bedeutet: Jeder Sensor, der HTTP-Requests senden kann, ist prinzipiell kompatibel. Gaengige Optionen:

Solar-betriebene Stockwaage an einem Bienenstand
Solar-betriebene Sensoren funktionieren auch an abgelegenen Standorten ohne Stromanschluss

Kosten-Nutzen-Abwaegung

Nicht jedes Volk braucht einen eigenen Sensor. Eine sinnvolle Strategie:

  • Ein Referenzvolk pro Standort: Eine Waage fuer das staerkste Volk am Standort zeigt die Trachtentwicklung fuer alle Voelker am gleichen Standort.
  • Sorgenkinder ueberwachen: Ein Volk, das im Herbst schwach war, bekommt ueber den Winter einen Temperatursensor.
  • Vollausstattung bei Wert: Bei besonders wertvollen Voelkern (z.B. Zuchtkoeniginnen) lohnt sich die individuelle Ueberwachung.
Starte mit einer Waage

Wenn du neu im Bereich IoT-Monitoring bist, starte mit einer einzigen Stockwaage an deinem Hauptstandort. Die Erfahrung, eine Trachtperiode ueber die Gewichtskurve mitzuverfolgen, ist unglaublich lehrreich -- und macht suechtig nach mehr Daten.

Daten im Kontext: IoT + KI-Briefing

Die wahre Staerke der Sensordaten entfaltet sich in Kombination mit dem KI-Tagesbriefing (Lektion 7). Wenn Hivekraft sowohl die Sensordaten als auch deine Durchsichtnotizen kennt, kann es Zusammenhaenge erkennen:

  • Gewichtsabnahme + keine dokumentierte Ernte = Schwarmverdacht
  • Temperaturabfall im Winter + sinkende Gewichtskurve = Volksverlust moeglich
  • Starke taegliche Zunahme + letzte Durchsicht vor 10 Tagen = "Erntefenster pruefen"

Checkliste: IoT-Monitoring einrichten

IoT-Monitoring-Checkliste

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Wissenscheck

Was deutet eine ploetzliche Gewichtsabnahme von 2 kg an einem Vormittag an?

Wie viel Gewicht kann ein starkes Volk bei Volltracht pro Tag zulegen?

Welche Temperatur herrscht normalerweise im Brutnest eines gesunden Volkes?

Weiterlernen: Gewichtskurven richtig deuten

Eine Stockwaage zeigt dir die Trachtperioden als Gewichtskurven. Aber wann blueht was? Im Kurs Trachtpflanzen fuer Imker (Lektion 1: Nektar und Pollen) lernst du die Grundlagen der Tracht kennen, und in Lektion 8 (Phaenologie) erfaehrst du, wie du anhand von Zeigerpflanzen vorhersagen kannst, wann die naechste Trachtperiode beginnt.


In der letzten Lektion dieses Kurses geht es um die Community: Wie du dich mit anderen Imkern vernetzt, von Trachtmeldungen profitierst und die Vereinsfunktionen von Hivekraft nutzt.

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