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Markenaufbau: Logo, Story, Wiedererkennungswert

20 min17 min Lesezeit
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Entwickle eine starke Markenidentität für deine Imkerei: Vom Namenfinden über Logo-Design bis zum Storytelling mit konkreten Anleitungen und Praxistipps.

Markenaufbau: Logo, Story, Wiedererkennungswert

Ansprechend gestaltetes Honigetikett mit professionellem Design
Ein durchdachtes Etikettendesign ist der erste Schritt zum Wiedererkennungswert -- dein Honig braucht ein Gesicht

In den letzten Lektionen hast du gelernt, deinen Honig fair zu kalkulieren (Lektion 6) und über verschiedene Kanäle zu vermarkten (Lektion 7). Aber warum greifen Kunden im Bioladen zu diesem Honig und nicht zu jenem? Warum erinnern sich Menschen an eine bestimmte Imkerei und empfehlen sie weiter? Die Antwort: Marke.

Eine Marke ist mehr als ein Logo. Sie ist das Gesamtbild, das Kunden von dir und deinen Produkten haben -- von der Optik über die Geschichte bis zum Gefühl, das dein Honig auslöst. In dieser Lektion lernst du, wie du eine authentische, einprägsame Markenidentität aufbaust, die zu dir passt und deine Kunden begeistert.

64 %
der Verbraucher kaufen ein Produkt erneut, wenn sie die Marke wiedererkennen (Nielsen Consumer Trust Report)

Was ist eine Marke -- und warum brauchst du eine?

Eine Marke (englisch: Brand) ist die Summe aller Vorstellungen, Erfahrungen und Gefühle, die ein Kunde mit einem Produkt oder Unternehmen verbindet. Sie umfasst Name, Logo, Design, Qualität, Geschichte und Werte -- und entsteht im Kopf des Kunden, nicht auf dem Papier.

Vielleicht denkst du: "Ich bin Hobbyimker mit 10 Völkern, keine Konzernmarke." Stimmt. Aber auch als kleine Imkerei profitierst du enorm von einer klaren Markenidentität:

  • Wiedererkennung: Kunden finden dich auf dem Markt, im Laden und online sofort wieder
  • Vertrauen: Eine professionelle Aufmachung signalisiert Qualität und Sorgfalt
  • Preisbereitschaft: Markenprodukte erzielen höhere Preise als No-Name-Produkte
  • Empfehlungen: "Kauf den Honig von der Imkerei Sonnengold!" ist konkreter als "Da war mal ein Imker..."
  • Abgrenzung: In einer Region mit 10 Imkern macht die Marke den Unterschied
  • Emotionale Bindung: Kunden kaufen nicht nur Honig, sie kaufen eine Geschichte

A brand is not what you say it is. It's what they say it is. -- Eine Marke ist nicht das, was du sagst, was sie ist. Sie ist das, was deine Kunden sagen, was sie ist.

Marty Neumeier
Branding-Experte und Autor von 'The Brand Gap'

Schritt 1: Den Namen finden

Der Name deiner Imkerei ist die Grundlage deiner Marke. Er sollte einprägsam, aussprechbar und suchbar sein.

Kategorien von Imkerei-Namen

NamenstypBeispieleVorteileNachteile
Persönlicher NameImkerei Müller, Bienen SchmidtPersönlich, vertrauenswürdig, einzigartigSchwer übertragbar bei Verkauf, wenig kreativ
Ortsname / RegionAlpenblütenhonig, Elbimkerei, SpreewaldhonigStarke regionale Zuordnung, SEO-VorteilKann einschränken bei Expansion
BeschreibendGoldene Wabe, Bienenparadies, HoniggoldSofort verständlich, bildreichKann generisch wirken
Kreativ / WortspielBeeHappy, Summstein, HonigfabrikEinprägsam, modern, social-media-tauglichNicht immer sofort verständlich
Emotionaler NameImkerei Sonnengold, Bienenglück, WiesentraumWeckt positive Gefühle, warmherzigKann kitschig wirken, wenn overdone
KombinationMüllers Bienenglück, Alpenimkerei BergerPersönlich + beschreibendKann lang werden

Checkliste für den Namensfindungsprozess

Namensfindung

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Domain sofort sichern!

Wenn du einen guten Namen gefunden hast: Sichere dir sofort die passende Domain (.de ist für deutsche Imkereien am wichtigsten). Domains kosten nur 5-12 EUR pro Jahr und verhindern, dass jemand anders den Namen im Internet besetzt. Auch wenn du noch keine Website brauchst -- die Domain ist deine Adresse im Netz.

  1. Brainstorming

    Schreibe alles auf, was dir einfällt: deinen Standort, deine Besonderheiten, Worte die du mit deiner Imkerei verbindest. Keine Zensur -- auch absurde Ideen notieren. Mindestens 30 Ideen sammeln.

  2. Kombinieren und variieren

    Nimm die besten Worte und kombiniere sie. Spiel mit Alliterationen (Bauers Bienenblüte), Metaphern (Goldtröpfchen), Ortsbezügen (Elbtalimkerei). Reduziere auf 8-10 Favoriten.

  3. Praxistest

    Sprich die Namen laut aus. Schreibe sie in verschiedenen Schriftgrößen. Teste: Passt der Name auf ein Etikett? Auf eine Visitenkarte? Als Instagram-Name? Reduziere auf 3 Favoriten.

  4. Feedback einholen

    Frage 10 Personen aus deiner Zielgruppe (nicht nur Familie!): "Wenn du einen Honig mit diesem Namen siehst, was erwartest du?" Die ehrlichsten Antworten kommen von Menschen, die dich nicht gut kennen.

  5. Verfügbarkeit prüfen

    Prüfe bei DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt), ob der Name als Marke geschützt ist. Prüfe die Domain-Verfügbarkeit. Prüfe Social-Media-Handles.

Schritt 2: Das Logo gestalten

Dein Logo ist das visuelle Erkennungszeichen deiner Marke. Es erscheint auf jedem Etikett, jeder Visitenkarte und jeder Social-Media-Seite. Es muss nicht perfekt sein -- aber es muss einprägsam, lesbar und vielseitig sein.

Grundprinzipien guter Logo-Gestaltung

  • Einfachheit: Die besten Logos sind simpel. Denk an Apple, Nike, Mercedes. Weniger ist mehr.
  • Wiedererkennbarkeit: Dein Logo muss auch klein (auf einem Honigetikett) und in Schwarz-Weiß funktionieren
  • Zeitlosigkeit: Vermeide Trends, die in 5 Jahren veraltet aussehen. Klassische Gestaltung hält länger
  • Relevanz: Das Logo sollte einen Bezug zu Bienen, Honig oder Natur haben -- aber nicht klischeehaft sein
  • Vielseitigkeit: Es muss auf dem Etikett, der Website, dem Marktstand-Banner und auf Social Media funktionieren

Logo-Optionen und Kosten

OptionKostenQualitätEmpfehlung
Selbst gestalten (Canva, Looka)0-15 EUR/MonatBasis-MittelGut für den Start, später upgraden
Logo-Generator (AI-basiert)20-80 EUR einmaligMittelSchnell, aber nicht einzigartig
Freelancer (Fiverr, 99designs)50-300 EURMittel-GutGutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Lokaler Grafikdesigner300-1.500 EURGut-Sehr gutBeste Option für professionelles Ergebnis
Designstudent (Hochschule anfragen)100-400 EURGutFrische Ideen, motivierte Designer
Canva -- der Geheimtipp für Imker

Canva (canva.com) ist ein kostenloses Online-Designtool mit hunderten Logo-Vorlagen. In der kostenlosen Version kannst du Logos erstellen, Etiketten gestalten und Social-Media-Grafiken designen. Für die Pro-Version (ca. 110 EUR/Jahr) bekommst du Zugang zu Millionen von Grafiken, Icons und Fotos. Für den Start einer Hobbyimkerei ist Canva völlig ausreichend.

Was ein gutes Imkerei-Logo enthalten kann

Beliebte Elemente:

  • Biene (stilisiert, nicht zu detailliert)
  • Wabe / Hexagon-Muster
  • Honigtropfen
  • Blüten / Pflanzen
  • Regionale Elemente (Berge, Fluss, Kirchturm)
  • Handschriftlicher Schriftzug

Zu vermeiden:

  • Zu viele Details (unleserlich bei kleiner Größe)
  • Mehr als 3 Farben
  • Clipart-Bienen (wirken unprofessionell)
  • Zu viel Text im Logo
  • Trendige Effekte (3D, Schatten, Farbverläufe)
Cremehonig in einem Keramiktopf als Beispiel fuer ansprechendes Verpackungsdesign
Konsistentes Design über alle Produkte hinweg schafft Wiedererkennungswert -- die Farben und Formen sollten eine Familie bilden

Schritt 3: Verpackungsdesign -- das Etikett als Verkäufer

Das Etikett ist der wichtigste Berührungspunkt zwischen deinem Produkt und dem Kunden. In der Sekunde, in der jemand dein Glas im Regal sieht, entscheidet das Etikett über Kauf oder Nicht-Kauf.

DIB-Glas vs. Neutralglas

AspektDIB-EinheitsglasNeutralglas (eigenes Design)
WiedererkennungswertHoch (bekanntes Format)Individuell (deine Marke)
VertrauenSehr hoch (DIB-Siegel)Musst du selbst aufbauen
GestaltungsfreiheitGering (festes Layout)Volle Freiheit
Kosten pro GlasHöher (DIB-Gebühr + Glas)Kann günstiger sein
MarkenaufbauEingeschränktVolle Kontrolle
Premium-WahrnehmungTraditionell, vertrauenswürdigModern, individuell, premium
VoraussetzungDIB-Mitgliedschaft, QualitätsrichtlinienHonigverordnung einhalten
Beide Wege haben ihre Berechtigung

Das DIB-Glas ist kein Auslaufmodell -- es genießt hohes Vertrauen bei deutschen Verbrauchern. Viele erfolgreiche Imker nutzen beide Wege: DIB-Glas für die klassische Kundschaft und ein eigenes Neutralglas-Design für Premium-Sorten, Geschenksets und den Online-Verkauf. So bedienst du verschiedene Kundensegmente.

Etikettengestaltung: Dos and Don'ts

Pflichtangaben (müssen auf jedem Etikett stehen, siehe auch Lektion 7):

  • Verkehrsbezeichnung ("Blütenhonig" etc.)
  • Nettofüllmenge
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Name und Anschrift des Imkers
  • Herkunftsangabe
  • Los-Nummer (kann durch MHD ersetzt werden)

Optionale Angaben, die Wert schaffen:

  • Dein Logo und Markenname (groß und zentral)
  • Standort/Region der Bienen
  • Erntejahr
  • Sortenhinweis und Geschmacksbeschreibung
  • QR-Code (verlinkt auf deine Website oder Standort-Info)
  • Kurzgeschichte (1-2 Sätze über dich und deine Imkerei)

Etiketten drucken lassen

DruckmethodeStückpreis (ab)MindestmengeQualitätEmpfehlung
Selbst drucken (Tintenstrahl)0,05 EUR1BasisNur für Prototypen
Selbst drucken (Laser, wasserf.)0,08 EUR1MittelOK für kleine Mengen
Online-Druckerei (Flyeralarm etc.)0,06 EUR100-250Gut-Sehr gutBestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Spezialdruckerei (Etiketten)0,10 EUR250-500Sehr gutPremium-Produkte
Lokale Druckerei0,15 EUR50-100Gut-Sehr gutPersönliche Beratung, kleine Mengen
Materialwahl beim Etikett

Wähle wasserbeständiges Material (Polypropylen oder laminiertes Papier). Honiggläser werden nass -- durch Kondensation, beim Transport oder durch klebrige Finger. Ein Papieretikett, das sich bei Feuchtigkeit wellt, wirkt unprofessionell. Für Premium-Produkte: Strukturpapier mit Heißfolienprägung (Gold oder Kupfer) vermittelt Wertigkeit, kostet aber 0,20-0,40 EUR mehr pro Etikett.

Schritt 4: Storytelling -- deine Geschichte erzählen

Menschen kaufen keine Produkte -- sie kaufen Geschichten. Die persönliche Geschichte hinter deinem Honig ist dein stärkstes Marketingwerkzeug. Sie macht dich einzigartig, denn niemand sonst hat genau deine Geschichte.

Erfahrener Imker zeigt einer jüngeren Person einen Bienenrahmen
Jede Imkerei hat eine Geschichte -- wie du zu den Bienen kamst, was dich antreibt und warum dein Honig besonders ist

Die Elemente einer guten Imkerei-Geschichte

  1. Der Ursprung: Wie alles begann

    Warum hast du mit dem Imkern angefangen? War es der Großvater, der Imker war? Ein Naturerlebnis? Die Sorge um das Bienensterben? Ein Kurs, der dein Leben verändert hat? Je persönlicher und ehrlicher, desto besser. Kunden lieben Anfangsgeschichten.

  2. Der Ort: Wo deine Bienen leben

    Beschreibe deinen Standort lebendig: Die Obstwiese am Waldrand, den Stadtgarten in München, die Heide in der Lüneburger Heide. Orte schaffen Bilder -- und Bilder schaffen Sehnsucht. Wenn Kunden wissen, wo dein Honig herkommt, verbinden sie ihn mit einem realen Ort.

  3. Die Philosophie: Wofür du stehst

    Was unterscheidet dich? Eigener Wachskreislauf? Bienenfreundliche Betriebsweise? Naturbelassene Verarbeitung? Regionale Verbundenheit? Finde 2-3 Kernwerte und kommuniziere sie konsequent.

  4. Die Leidenschaft: Was dich antreibt

    Zeige, dass Imkern für dich mehr ist als Honigproduktion. Der Moment, wenn das erste Volk im Frühling ausfliegt. Die Stille am Bienenstand bei Sonnenuntergang. Die Faszination, wenn 50.000 Bienen perfekt zusammenarbeiten. Emotionen verkaufen.

  5. Die Zukunft: Wohin die Reise geht

    Was planst du? Mehr Biodiversität am Bienenstand? Eine neue seltene Honigsorte? Schulprojekte mit Kindern? Kunden wollen Teil einer wachsenden Geschichte sein, nicht nur einen Status quo kaufen.

Wo du deine Geschichte erzählst

  • Auf dem Etikett: 1-2 Sätze (z.B. "Handgeerntet von unseren Bienen am Stadtrand von Freiburg, wo sie zwischen Obstwiesen und Schwarzwald fliegen.")
  • Auf der Website: "Über uns"-Seite mit Fotos, persönlicher Geschichte, Bildern vom Bienenstand
  • Auf Social Media: Regelmäßige Einblicke in den Imkeralltag
  • Auf dem Marktstand: Erzähle persönlich -- nichts ist überzeugender als echte Begeisterung
  • Auf einem Beipackzettel: Kleine Karte im Geschenkset mit deiner Geschichte und einem Foto
  • Als QR-Code: Auf dem Etikett, verlinkt auf ein kurzes Video oder deine Website

People don't buy the best products. They buy the products they can understand the fastest. -- Menschen kaufen nicht die besten Produkte. Sie kaufen die Produkte, die sie am schnellsten verstehen.

Donald Miller
Branding-Experte und Autor von 'Building a StoryBrand'

Schritt 5: Corporate Design -- die visuelle Klammer

Corporate Design (CD) ist die visuelle Sprache deiner Marke: Farben, Schriften, Bildstil und Gestaltungselemente, die sich durch alle Materialien ziehen.

Dein Farbschema definieren

Wähle 2-3 Hauptfarben und 1-2 Akzentfarben:

FarbfamilieWirkungPassend für
Gold / Bernstein / HoniggelbWärme, Qualität, NatürlichkeitUniversell für Imkereien, Premium-Positionierung
Dunkelgrün / TannengrünNatur, Bio, NachhaltigkeitBio-Imkereien, Wald- und Naturfokus
Dunkelbraun / ErdtöneTradition, Handwerk, BodenständigkeitTraditionelle Imkereien, rustikaler Stil
Cremeweiß / ElfenbeinReinheit, Klarheit, EleganzPremium-Produkte, minimalistische Gestaltung
Terrakotta / RostWärme, Herbst, GemütlichkeitSaisonale Produkte, handwerkliche Imkereien
Schwarz + GoldLuxus, ExklusivitätPremium-Honig, Feinkost-Segment

Deine Schriftart wählen

  • Handschrift/Script-Fonts: Wirken persönlich, handgemacht, warm (z.B. Dancing Script, Pacifico)
  • Serifenschriften: Wirken klassisch, vertrauenswürdig, traditionell (z.B. Playfair Display, Lora)
  • Sans-Serif-Schriften: Wirken modern, clean, zeitgemäß (z.B. Open Sans, Montserrat)
  • Kombination: Eine dekorative Schrift für den Markennamen + eine gut lesbare Schrift für Texte
Nicht mehr als 2 Schriftarten!

Verwende auf all deinen Materialien maximal 2 verschiedene Schriftarten: eine für Überschriften/Markenname und eine für Fließtext. Mehr Schriften wirken unruhig und unprofessionell. Konsistenz ist wichtiger als Vielfalt.

Fotografischer Stil

Definiere einen einheitlichen Bildstil für deine Social-Media-Posts, Website und Printmaterialien:

  • Farbstimmung: Warme Töne (Golden Hour) oder kühle Natur-Töne?
  • Perspektive: Nahaufnahmen (Detailverliebt) oder Weitwinkel (Landschaft)?
  • Filter: Gleichen Filter/Preset für alle Fotos verwenden (Lightroom Presets, Instagram-Filter)
  • Motive: Immer wiederkehrende Elemente (dein Bienenstand, deine Hände mit Wabe, bestimmte Gläser)

Schritt 6: Online-Präsenz aufbauen

Website: Dein digitales Zuhause

Auch wenn du (noch) keinen Online-Shop hast, ist eine einfache Website wichtig. Sie ist deine Visitenkarte im Internet und der Ort, an den dein QR-Code auf dem Etikett verlinkt.

Minimum-Inhalte für eine Imkerei-Website:

  • Startseite: Wer bist du? Was bietest du an? Schönes Headerbild
  • Über uns: Deine Geschichte, Fotos von dir und deinen Bienen
  • Produkte: Übersicht über dein Sortiment mit Preisen
  • Kontakt: Telefon, E-Mail, ggf. Bestellformular
  • Impressum + Datenschutz: Gesetzlich vorgeschrieben
Website-OptionKosten/JahrSchwierigkeitEmpfehlung
Google My Business (nur Eintrag)0 EURSehr einfachSofort machen -- auch ohne Website
Jimdo / Wix (Baukasten)ab 100 EUREinfachGut für Einsteiger
WordPress + Hostingab 60 EURMittelFlexibel, langfristig am besten
Instagram als 'Website'0 EUREinfachÜbergangslösung, nicht dauerhaft
Google My Business -- der wichtigste kostenlose Schritt

Erstelle sofort einen Google-My-Business-Eintrag für deine Imkerei. Kostenlos, dauert 15 Minuten und sorgt dafür, dass du bei Google Maps und in der lokalen Suche ("Honig kaufen in [dein Ort]") auftauchst. Lade Fotos hoch, gib deine Öffnungszeiten an und bitte zufriedene Kunden um eine Google-Bewertung. Dieser eine Schritt bringt mehr Sichtbarkeit als jede Facebook-Seite.

Social Media: Kontinuität schlägt Perfektion

Imkerin praesentiert ihre Produkte auf einem regionalen Markt
Regelmäßige Beiträge über deinen Imkeralltag sind der Schlüssel zu einer starken Online-Präsenz

Du musst nicht auf allen Plattformen aktiv sein. Eine Plattform gut ist besser als drei Plattformen schlecht.

Empfehlung für die meisten Imker:

  1. Instagram als Hauptkanal (visuell, wachsende Reichweite, Story-Format ideal für Imkeralltag)
  2. Facebook als Zweitkanal (besonders für lokale Community, Events, Marktplatz)
  3. WhatsApp als direkter Kundenkanal (persönlich, niedrigschwellig)

Posting-Frequenz: 2-3 Beiträge pro Woche sind ideal. Einmal pro Woche ist das Minimum. Lieber regelmäßig wenig als unregelmäßig viel.

Schritt 7: Markenanmeldung beim DPMA

Wenn deine Marke wächst, solltest du sie rechtlich schützen. Das geht über eine Markenanmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA).

Wann lohnt sich eine Markenanmeldung?

  • Du hast einen einzigartigen Namen/Logo
  • Du verkaufst überregional
  • Du investierst in Markenaufbau (Website, Design, Werbung)
  • Du willst verhindern, dass jemand anderes deinen Namen nutzt

Ablauf und Kosten

  1. Markenrecherche (kostenlos)

    Prüfe in der DPMA-Datenbank (register.dpma.de), ob dein Name oder ein ähnlicher Name bereits als Marke eingetragen ist. Suche in den relevanten Nizza-Klassen: Klasse 30 (Honig), Klasse 4 (Kerzen), Klasse 3 (Kosmetik).

  2. Anmeldung einreichen

    Online über das DPMA-Portal (dpma.de). Du brauchst: Markenname und/oder Logo, Waren-/Dienstleistungsverzeichnis (welche Produkte willst du schützen?), deine Kontaktdaten.

  3. Gebühren bezahlen

    Anmeldegebühr: 290 EUR (elektronisch) für bis zu 3 Nizza-Klassen. Jede weitere Klasse: 100 EUR. Für eine Imkerei reichen meist 1-2 Klassen (Klasse 30 für Honig, ggf. Klasse 4 für Kerzen).

  4. Prüfung abwarten

    Das DPMA prüft die Anmeldung (ca. 4-8 Monate). Es wird geprüft, ob die Marke unterscheidungskräftig ist und keine älteren Rechte verletzt.

  5. Eintragung

    Nach erfolgreicher Prüfung wird die Marke eingetragen. Der Schutz gilt 10 Jahre und kann beliebig oft verlängert werden (Verlängerungsgebühr: 750 EUR für 3 Klassen).

Braucht jede Hobbyimkerei Markenschutz?

Nein. Für eine kleine Hobbyimkerei, die nur lokal verkauft, ist die Markenanmeldung oft nicht nötig. Der Schutz lohnt sich vor allem, wenn du überregional vermarktest, einen Online-Shop betreibst oder deinen Markennamen langfristig sichern willst. Aber: Auch ohne Markenanmeldung kannst du Namensrechte geltend machen, wenn du nachweislich unter diesem Namen wirtschaftlich tätig bist.

Kundenbindung durch Marke

Eine starke Marke ist kein Selbstzweck -- sie dient der langfristigen Kundenbindung. Hier sind Maßnahmen, die über die reine Produktqualität hinausgehen:

Checkliste: Dein Markenaufbau

Markenaufbau-Checkliste

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Wissenscheck

Teste dein Wissen zum Markenaufbau:

Welcher kostenlose Schritt bringt die meiste lokale Sichtbarkeit für eine Imkerei?

Wie viel kostet die elektronische Markenanmeldung beim DPMA für bis zu 3 Nizza-Klassen?

Welche Aussage zum Storytelling in der Honigvermarktung ist richtig?


In der nächsten und letzten Lektion dieses Kurses geht es um Skalierung: Wann und wie du vom Hobby zum Nebengewerbe wächst, welche rechtlichen und steuerlichen Aspekte dabei eine Rolle spielen und wie du deine Imkerei nachhaltig vergrößerst.

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